Bodegas San Alejandro – 1. Weingut auf der Pressereise in Spanien
Nach gut 3 Stunden Fahrt vom Flughafen Madrid, Richtung Zaragoza, stand unser erster Besuch im P.D.O. Calatayud gelegenen „Bodegas San Alejandro“ (BSA) auf dem Programm. Noch selten habe ich ein so schönes, kreatives, innovatives Weingut mit einem Auge für Kunst und Details gesehen, wie dieses hier. Seit 1962 ist die Kooperative aktiv, mit zurzeit 180 Winzerfamilien und rund 100 Hektar Rebberge. Seit 15 Jahren unter der Leitung von Yolanda Díaz. Leider war sie nicht vor Ort, mich hätte es sehr interessiert, wer die Frau hinter diesem Wein-Erlebnis ist. Dafür hat uns Virginia Pérez – Export Manager – in Empfang genommen. Also eins muss ich erwähnen: ihr Kleidungsstil passt perfekt in die von Kunst und Kreativität gefüllten Räume! Abgesehen von ihrem umfassenden Weinwissen und perfekten Storytelling.
Aber fangen wir mit den Rebbergen an. Sie liegen zwischen 700 und 1000 MüM und waren wirklich beeindruckend. So einen roten, steinigen, lehmigen Boden und vor allem so alte Reben habe ich vorher noch nicht gesehen. Die Garnacha Reben sind dort z.T. 70 Jahre alt. Stehen weit auseinander, damit der karge Boden genug her gibt, um sie alle zu ernähren. Durch den konstanten Wind haben die Reben kaum Krankheiten und dürfen während der Wachstums- und Reifungszeit, unter der heissen Sonne und den kühlen Nächten, in Ruhe gedeihen. Werden von den Winzern gehegt und gepflegt, liebevoll kontrolliert und – für mich eine Besonderheit – erst direkt vor der Ernte qualifiziert.
Guter Wein wird auf dem Rebberg gemacht, nicht im Keller.
Denn Bodegas San Alejandro legen ausserordentlichen Wert darauf, dass die Garnacha Traube, die Essenz der Frucht, wirklich zur Geltung kommt. Was bedeutet, dass nicht einfach der Ertrag von allen Rebbergen in einen Tank geschmissen wird, um dann im Keller irgend einen Wein zu keltern. Die Lots werden nach strengen Regeln qualifiziert, geerntet und dann für die passenden Weine bestimmt. Also auch: wie der Ausbau sein wird, was wie lange in welche Tanks kommt, wann wie lange in Amphoren, Barrique, Tonneau etc. ausgebaut und wie lange die Flaschenlagerung sein wird. Sprich: jedes Lot und jede Traubensorte, hat ihre Bestimmung und muss passen, damit sie Wein werden darf. Schön gell?!
Wie mir eine befreundete Kellermeisterin im Chianti Classico mal sagte „Guter Wein wird auf dem Rebberg gemacht, nicht im Keller“. Hier bei San Alejandro ist das deutlich spürbar!
„Wir machen Weine, die geheime Nachrichten verstecken, sie haben die Macht zu dir zu sprechen und die Zeit still stehen zu lassen.“ – Bodegas San Alejandro
Genau so fühlte es sich für mich an. Da ich vorher Garnacha Weine aus Spanien nicht kannte, war die Reise für mich ein echter Türöffner für diese coole Traube. Der kannst du nix vormachen, sie steht stolz da, mit weit ausgebreiteten Armen, das Gesicht der Sonne entgegen gestreckt und freut sich des Lebens. Eisiger Wind im Winter, richtig heisse Luft im Sommer (als wir in Zarazoga waren, war die Temperatur um 20:30 Uhr Abends noch wohlig warme 37° C – zugegeben, ich liebe so heisse Temperaturen, sie erinnern mich immer an meine Zeit in der Toscana), Sonne satt, mässig Regen und raues Klima. Das dabei so frische, fruchtige, nach Weichselkirsche schmeckende Weine kreiert werden, darf sich sehen lassen.
Während der Winzer uns auf dem Rebberg über den Anbau erzählte, wurden wir bereits mit einem Glas mega leckerem Frizzante Namens „Miedes“ verwöhnt. Eiskalt getrunken, erinnert er mich an einen guten(!) Moscato d’Asti. Jedoch weniger süss. Im Film siehts du gleich selber, wie die Bodenbeschaffenheit ist und wie die Reben gepflanzt wurden. Du wirst überrascht sein. Behaupte ich jetzt einfach mal.
Mitunter die höchsten Rebberge Europas
Die Rebberge von BSA sind unter Europas höchst gepflanzten und Garnacha ist die Königin des P.D.O. Calatayud. Dies und die langsame Reifung der Trauben, sowie die abwechslungsreiche Erde, machen diese Weine so grossartig. Limitierte Quantität, mega Qualität, ohne exzessiven Alkohol und mit einer super ausbalancierten Säure.
Nach dem Besuch auf dem Rebberg fuhren wir zurück ins Weingut, wo ich aus dem Staunen und Bewundern nicht mehr rauskam. Wir haben zu allen Weinen, die wir degustieren durften, jeweils passendes Essen serviert bekommen. Die Degustationen waren super abwechslungsreich und führten uns durch diverse Räume, Keller, Labors bis hin zum hauseigenen Restaurant. Überall hielten wir unsere Nasen in die Gläser, verkosteten, fachsimpelten und hörten derweil von Virginia die Geschichte zum jeweiligen Wein. Denn die steckt in jeder Flasche! Wie der Name des Weins gewählt wurde, z.T. aus Jahrhunderte alter Tradition geboren. Klare, direkte Weine ohne Blabla, hier um getrunken zu werden, ein Tropfen absoluter Lebensfreude im Glas.
Ganz ehrlich? Ich war so hin und weg, dass ich völlig vergessen habe, mir Notizen über die Weine zu machen. Da du diese in der Schweiz bei Nauer Weine bekommst (Nauer Weine – Online Shop) lade ich dich jetzt einfach ein, dir dort ein paar Flaschen zu erstehen und dich zu Hause auf eine Weinreise ins Garnachaland, zu und mit Bodegas San Alejandro zu begeben.
Achtung Korrektur: Solltest du hingegen jemals in die Gegend von Miedes fahren, dann reservier dir unbedingt eine Weindegustationstour bei Bodegas San Alejandro. Du wirst begeistert sein. Da bin ich mir sicher.
Hier die korrekte Adresse, geliefert von Virginia Pérez:
“Christina, hast du spontan Lust mit auf eine Weinreise nach Spanien zu kommen? Vom 17. bis 19. Juni 2025 geht es ins Herz des Garnacha, zuerst ins Aragón, dann nach Cataluña.” Diese Anfrage von Mettler-Vaterlaus erreichte mich kurz vor unseren Ferien. Zuerst sagte ich ab, weil ich ein paar Termine geplant hatte. Nach einer halben Standpauke von Serge und meinen Nachbarn, sagte ich dann doch noch zu. Und kann nur sagen: was für ein Glück, so einen coolen Ehemann und Nachbarn zu haben! Denn es erwartete mich eine lehrreiche, spannende Reise mit einer tollen Gruppe Wein-Menschen. Die ihrerseits seit Jahrzehnten Koryphäen in ihrem Gebiet sind, sich schon kannten und mich als kleine Weinbloggerin herzlich in ihre Runde aufgenommen haben. Auch keine Selbstverständlichkeit!
Damit du dich schon mal mental vorbereiten kannst, hier die Reiseroute (Achtung, ä chli läng):
Dienstag, 17. Juni, frühmorgens von Zürich nach Madrid, mit einer überaus pünktlichen Iberia. Am Flughafen wurden wir von Aitana, welche für Asociación Garnacha – der Organisatorin dieser Reise – arbeitet, willkommen geheissen. Los ging’s mit privatem Transport Richtung Zaragoza ins erste Weingut, im P.D.O. Calatayud gelegen “Bodegas San Alejandro”. Danach weiter nach Zaragoza ins Hotel. Abends Tapas Dinner mit Carolina de Funes, Leiterin von Asociación Garnacha.
Am Mittwochmorgen Fahrt ins P.D.O. Campo de Borja, zuerst ins Weingut “Aragonesas Bodegas/Winery”, am Nachmittag ins P.D.O. Cariñena zu “Grandes Vinos Winery”. Abends retour ins Hotel. Abendessen im ältesten, immer noch “operativen” Restaurant Spaniens “Casa Lac”. Donnerstagmorgen stand zuerst eine geführte Tour durch Zaragoza auf dem Programm, anschliessend Weiterfahrt ins P.D.O. Terra Alta, zum Weingut “Cellers Unió” D.O. Montsant in Cataluña. Weiter zum Flughafen Barcelona um mit einer ausgesprochen unpünktlichen Swiss, retour nach Zürich zu fliegen.
Uff! Viel reingepackt in diese Tage gäu. Aber ich sage dir, das war mega cool. Es wird diverse Blogartikel über diese Reise geben. Und hier gleich ein kleines Video, damit du gute Laune erhältst und auf den Geschmack kommst. (Ich habe das Video bewusst für ein vertikales Handyformat gemacht. Auf dem Bildschirm bitte verkleinern für gute Qualität).
Nach bizzi hin und her überlegen, beginne ich zuerst mit einem Intro der Garnacha Traube (in Frankreich Grenache und in Sardinien Cannonau genannt). Korrekt ausgesprochen “Garnatscha”. Der spanischen Sprache nicht wirklich mächtig, habe ich das in diesen Tagen gelernt. Du wirst jedoch in den kommenden Blogposts noch mehr über sie lernen.
Also, los geht es mit dieser einzigartigen Traube:
Garnacha
Diese windgebeutelte, einem rauen Klima mit kalten bis kühlen Nächten und heissen bis superheissen Tagen ausgesetzten Rebe; welche ihre Füsse tief in einer Varietät aus steinigem, lehmigem, sandigem, sehr trockenem Boden hat und sich wahrscheinlich öfter Regen wünscht als sie bekommt, ergibt einen fantastischen Wein, der kühl getrunken werden will (dazu in den kommenden Blogposts mehr). Ui das war jetzt ein superlanger Satz!
Traditionellerweise wird sie als Buschrebe kultiviert (niedrige Büsche, siehe Foto) und die Trauben ausschliesslich von Hand geerntet. Die Buschreben auf den diversen Weingütern lagen vom Alter her zwischen 40 und 70 Jahre. Was – wie du weisst, wenn du meinen Blog aufmerksam liest – bedeutet, geringe Quantität mit einer mega Qualität.
Neuere Rebberge werden nun auch im Cordonsystem angebaut, so dass maschinell geerntet werden kann.
Terroir
Wir erfuhren, dass an 300 Tagen im Jahr der Wind weht und zwar richtig. So fest, dass in der Gegend um Zaragoza überall Windparks stehen. Nur an unseren Tagen, da war kaum ein Lüftchen zu fühlen. Das haben die Winzer auch immer wieder betont. Da es so heiss und trocken ist und kaum regnet, wurden die Büsche recht weit auseinander gepflanzt. Ein solcher Boden kann nur wenig Reben ernähren. Diese wurzeln extrem tief, um an die benötigte Feuchte und Nährstoffe zu kommen.
Weinkooperativen
Alle Weingüter, welche wir besuchten, sind Kooperativen und bringen so Jobs ins rurale Gebiet. Aragón hat zwar mit ca. 1.3 Millionen Einwohner, die grösste Population Spaniens, davon sind jedoch 700’000 in Zaragoza. Die Dörfer werden leerer und z.T. ganz verlassen. Insofern sind solche Kooperativen Gold wert.
Sodeli, nun hast du einen kleinen Vorgeschmack bekommen. In den nächsten Tagen folgen die Blogposts über die diversen Weingüter, Weine und was ich dort neues gelernt habe.
Da hast du einen kreativ gefüllten Arbeitstag hinter dir, kommst nach Hause und findest ein Präsent! So ist es mir letzten Donnerstag ergangen.
Und läck war ich erfreut! Sandrine, eine Riesling-Sylvanerin (oder auch Müller-Thurgau genannt), hat sich von Schaffhausen her aus der GVS Weinkellerei auf den Weg gemacht, um mich zu Besuchen. Mit allerlei blingigen Karten und Stickers ausgestattet kam sie an, genau mein Ding! Mich dünkt ich hätte irgendwo in meinen Blogposts mal erwähnt, dass ich Liebhaberin von Riesling-Sylvanern bin. Anscheinend hat das Sandrine entdeckt.
Fägig wine More, wie wir hier in Bern sagen. Sie hat sogar eine Karte mitgebracht, auf der sie sagt, sie sei neu hier (sie ersetzt ihre Tante Margrit), frisch und gemacht für leichte Momente. Also sowas finde ich zurzeit ziemlich sexy, denn zu viel ist geschehen in den letzten Monaten (dazu mehr in einem anderen Blogpost). Sie meint auch, dass sie perfekt zu guten Gesprächen passe und einfach Lebensfreude im Glas sei. Das ist ja schon fast unser Motto! Also, vom überraschenden Besuch und ihrem Statement her, passen wir schon mega gut zusammen.
Nun denn Sandrine, lass uns zusammen sitzen und schauen, was in dir steckt.
Ou du! Im Factsheet bei GSV steht, dass du – unter anderem – prima zu Zitronentarte passt. Das testen wir dann auch gleich, gäu! Denn Serge hat zufälligerweise eine gebacken, von der es noch Reste hat.
Auso legen wir los:
Farbe: Leinenfarbig
Alkoholgehalt: 11.8 %
Aromen: frisch, fruchtig nach Pfirsich, Zitrone, Quitte und eine sehr angenehme Mineralität. Die fast als erstes präsent ist.
Im Mund erfrischend, mit einer salzigen Note, ziemlich Pfirsichlastig. Die Versprechen auf der Etikette werden eingehalten, danke dafür Sandrine. Und es ist definitiv ein Sommerwein.
Und diese Geschichte erzählst du:
Sandrine schmeisst eine Abend-Gartenparty im Sommer. D Modis tragen Röckli, d Giele Shorts und T-Shirt, alle sind richtig fröhlich und es herrscht eine ausgelassene Stimmung. Überall hat es Lichterketten, eine kleine Band spielt gute Musik und es wird fingerfood, Tapas und allerlei Köstlichkeiten auf Blätterteigbasis serviert. Sandrine kommt ja ursprünglich aus Südfrankreich, genauer aus Mèze in Okzitanien. Dieser Wein erinnert sie ans Meer, den Etangue und das glitzernde Wasser. Es ist ein wenig, als wäre sie wieder dort.
Dieser Wein ist definitiv einer, den man öffnet und trinkt. Nicht im Glas rumstehen lässt oder stundenlang in den Fingern hält. Du weisst ja, erstens gibt das unschöne fettige Fingerabdrücke aufs schöne Glas und zweitens, würde er an Frische verlieren.
Liebe Sandrine, du passt tatsächlich auch mega gut zur Zitronentarte. Nun schick ich dich los, geh und organisier die nächste Party unter dem Sternenhimmel, mit fröhlicher Musik, ausgelassener Stimmung und viel Gelächter.
Herzlich, Team WeinWeib
P.S. Interessiert an anderen Weinen von dieser Kellerei? Hier geht’s lang.
Dieser Blogpost ist meinem verstorbenen Schwager Urs gewidmet. Mit ihm habe ich früher viele Stunden mit Weingüter besuchen und Wein degustieren verbracht. Gefachsimpelt und ausprobiert. Diesen Februar ist er leider weiter gereist und hat eine recht grosse Lücke hinterlassen.
Serge und ich haben uns Ende März ein paar Tage Ferien gegönnt und sind mit unserem Bus und den Hunden dem Wetter nach, Richtung Avignon, gefahren. Haben uns auf einem tollen Campingplatz eingerichtet und von dort aus Tagesausflüge gemacht. Wir fanden „eifach dr Nase na“ wird uns wohl an interessante Orte bringen. Und tatsächlich, einer davon war die Winzerkooperative der Winzer von „EstéZargues“ im gleichnamigen Dorf.
Claire, eine Französin mittleren Alters, mit rauchiger Stimme und roten, lockigen Haaren, führte uns im wohltemperierten Weinraum durch eine spannende Degustation. Die Kooperative konzentriert sich auf die Herstellung von Weinen aus den Trauben: Carignan, Cinsault, Counoise, Mourvèdre, Grenache noir et Syrah. Alles Bio, respektive mit dem Label „Green experience“ versehen, welche zumindest in Frankreich und Italien gang und gäbe ist. Alle Weine sind ungefiltert und die Winzer pröbeln gerne an neuen Weinen rum. Eine davon waren naturtrübe, ungefilterte Weine, welche im Style eines Prosecco hergestellt wurden. Nicht unser Ding, denn sie waren steintrocken und zu „schaumig“ im Mund. Hei aber was uns nicht gefällt, könnte genau dein Ding sein!
Diesmal stellen wir hier keine der Weine vor, da wir uns durch sämtliche Weine degustiert haben – falls du jetzt denkst „mein Gott, die mussten ja völlig besoffen sein!“ – kann ich dir garantieren, dass war nicht der Fall. Ich kann zig Weine degustieren, da ich quasi nie davon trinke. Denn du hast recht, das ginge sonst nicht. Beim Profi-Weindegustieren nimmst du einen kleinen Schluck, kostet ihn im Mund und spuckst ihn wieder aus. Dazu dienen übrigens die omniösen Spucknäpfe – auf italienisch – Sputtachiere, welche in den Deguräumen stehen.
Item, wir haben uns ziemlich viele Weine mit nach Hause genommen, einige davon sind bereits getrunken und genossen. Andere lagern noch gut temperiert im Weinkühlschrank. Wir empfehlen dir, geh auf deiner nächsten Autoreise deiner Nase nach, wenn du ein Schild siehst das dich einigermassen fasiziniert, fahr dorthin und schau was passiert. Vielleicht stösst du auf ein spannendes Weingut oder eine coole Weinkooperative, inkl. nettem Empfang.
Ein Tipp noch: diese Kooperative ist nur einen Steinwurf von der Pont du Gard Symbol der römischen Ingenieurskunst bei Avignon entfernt. Was ein must see ist! Hunde sind willkommen, die Energie ist einmalig und man steht vor einem jahrtausendealten Bauwerk, meiner römischen Freunde und staunt.
Nochmals zu meinem, respektive unserem Schwager Urs.
Ihm hätte das alles gefallen. Für seine Abschiedszeremonie durfte ich die Weine aussuchen. Da meine Schwester und er auf dem Mont Vully wohnen, drängte sich eine autochthone Traubensorte von der Region auf. Nicht ein Chasselas, sondern ein Freiburger, vom https://www.chateaudepraz.ch/de/produit/freiburger/. Vorher noch nie davon gehört gelinde denn getrunken. Ein super spannender Weisswein, der ein Mix zwischen einem Riesling-Sylvaner (Müller-Thurgau) und einem Johannisberger ist. Und weil er Barbera genau gleich gern hatte wie ich, wählte ich einen solchen als Rotwein aus.
So, nun wünschen wir dir einen spannenden Abend, gute Ferien und geh öfters der Nase nach.
Nachdem wir im Juli in Florenz waren und ich nach 10 Jahren wieder einmal in meine „alte Heimat“ zurück ging, stand mir natürlich das Herz für einen hochkarätigen Chianti Classico weit offen. Die hohen Temperaturen liessen uns aber davon absehen, Wein mit nach Hause zu nehmen.
Du kannst dir nicht vorstellen wie happy ich war, als ich Zufälligerweise im Coop den Ser Lapo von Marchesi Mazzei entdeckt habe. Irgendwie war der nie auf meinem Radar, obwohl es ihn dort schon lange zu kaufen gibt. Bizzi beschämend.
Item! Serge und ich machten uns daran, diesen sehr guten Chianti Classico Riserva zu degustieren.
Hier die Details:
Ser Lapo 2020 – Chianti Classico Riserva DOCG
Winzer: Marchesi Mazzei
13.5% Alkohol
90% Sangiovese, 10% Merlot
Ausbau: 12 Monate im Barrique (Französische Eiche)
Farbe: kräftiges Purpurrot
In der Nase dominieren Aromen von Waldbeeren, Zwetschge, Veilchen, Leder, Zeder, Lakritz.
Im Mund ist er Fruchtig, Säure und Tannine sind sehr ausgewogen, ein eingemitteter Wein und dennoch erfrischend, leicht erdigt. Die Merlottraube nimmt der Sangiovesetraube ihre Kratzigkeit (siehe den Blogpost über Merlot). Bitte bei 18 – 19 Grad trinken.
Passt sehr gut zu rotem Fleisch, Kaninchen, Wildschwein, Pasta mit oder ohne rote Sauce, reifer Hartkäse (Parmiggiano, Pecorino stagionato) oder einfach so zum geniessen.
Ein Wein den du gerne deinen Gästen vorsetzen darfst. Damit punktest du definitiv und wir empfehlen dir von Anfang an gleich 3 Flaschen zu nehmen, denn eine reicht nicht.
Diese Geschichte erzählt er
Eine hügelige Landschaft mit steinigen Böden, Zypressen vor einem toscanischen Haus, Sonne, flirrende Hitze aber auch der Übergang zum Herbst. Dann wenn die Tage noch sehr heiss sind und die Nächte kühler werden. Dieser Mix aus fruchtig und frisch, den du im Ser Lapo findest. Serge meint, es sei ja logisch das der gut sei, er beginne mit den ersten drei Buchstaben seines Vornamens. Humor muss sein.
Dieser Wein schmeisst dich tatsächlich direkt in die Toscana, die Lebhaftigkeit der Dörfer und den erfrischenden Humor, welchen die Toscaner in dieser Gegend haben.
Ser Lapo war übrigens ein Vorfahre der Marchesi Mazzei, welcher in einer seiner Schriften, genauer am 16.12.1398 “Chianti Wein” zum ersten mal erwähnt hat. Dies ist für die Marchesi Mazzei einer ihrer historischsten Chianti Classico.
Marchesi Mazzei – Castello di Fonterutoli
Mazzei hat einen sensationellen Weinkeller. Einer der ersten vertikalen Weinkeller in der Toscana. Ich erinnere mich gut an meinen ersten Besuch dort. Das ist nun auch schon über 20 Jahre her. Mich beeindruckte damals die neue Verarbeitung: oben kommen die Trauben an, gehen durch die Entbeermaschine direkt in den darunterliegenden Stahltank für die erste Fermentation. Nach dieser, wird der Traubensaft für die zweite Fermentation in die darunterliegenden Barrique gefüllt. Der Barrique Keller ist auch wieder eine kleine Sensation, beim Aushub wurde Gestein gefunden, an welchem pausenlos Wasser herunterläuft. Damit ist der Keller nicht nur gut befeuchtet sondern hat auch eine konstante Kühle, ohne dass dafür extra Klimatisiert werden muss. Damit du dir ein visuelles Bild machen kannst, verlinke ich dir hier ihre Weinkeller-Webseite. Leider habe ich meine Fotos, welche ich damals gemacht habe, nicht mehr gefunden.
Eines ist sicher: Wäre ich noch in der Toscana und würde weiterhin meine Weindegustationstouren durchführen, hätte ich bei einer Blinddegustation gewusst, dass dieser Wein von Mazzei kommt. Denn jedes Weingut gibt seinen Weinen einen “Stempel” und da ich öfters mit meinen Kunden in Fonterutoli bei Mazzei war, durfte ich mir etliche ihrer Weine zu Gemüte führen.
Wenn du mal in der Nähe von Siena bist, ist der Weg zu Fonterutoli – der Ort wo Mazzei zu Hause sind – nicht weit. Sie liegen direkt an der SR 222 auch „Chiantigiana“ genannt. Die Hauptstrasse, welche Florenz mit Siena verbindet. Es lohnt sich wirklich, eine Weindegustation bei ihnen zu machen. Wenn du ihren Weinkeller besichtigen möchtest, lohnt sich eine frühzeitige Reservation.
Und schau mal, ich habe dir ein kleines Infoblatt gemacht, wie du einen Chianti Classico Riserva DOCG erkennen kannst.
Den Ser Lapo 2020 – Chianti Classico Riserva DOCG findest du in der Schweiz bei Coop.
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