Mittwoch ist bei Weinweib Wissensmittwoch. Also nicht „Ich hatte drei Gläser Wein und eine Meinung“, sondern „Ich hatte drei Gläser Wein, eine Meinung und dann habe ich nachgelesen“. Heute geht es um PiWi. Diese Reben, die klingen wie ein neuer Fitnessdrink, in Wirklichkeit aber ziemlich viel mit der Zukunft des Weinbaus zu tun haben.
Und nein, PiWi ist kein Trend, der verschwindet, sobald der nächste Orange Wine Hype durch ist. PiWi bleibt. Wie überbackenes Baguette im Bistro und ein Glas Chardonnay beim Apéro.
Was zum Geier ist PiWi?
PiWi steht für pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Also Reben, die von Natur aus weniger Probleme mit Krankheiten wie echtem und falschem Mehltau haben und auch mit Graufäule besser zurechtkommen. Man kann sich das vorstellen wie Reben mit einem stärkeren Immunsystem, der Winzer muss weniger eingreifen und die Rebe erledigt einen Teil der Arbeit selbst.
Wichtig, PiWi ist kein eigener Geschmack. Es gibt kein spezielles „PiWi Aroma Rad“ und keine Formel, nach der PiWi immer gleich schmeckt. Im Glas sind PiWi Weine so unterschiedlich wie alle anderen auch, je nach Sorte, Lage, Ertrag, Ausbau und der Person, die dahintersteht.
Wenn dir also jemand sagt „Ich mag PiWi nicht“, frag zuerst „Welchen denn genau?“ Alles andere wäre, als würdest du nach einem schlechten Merlot behaupten, alle Rotweine seien schlecht.
Reben Drama, Wie PiWi entstanden ist
Kleiner Ausflug in die Geschichte. Erinnerst du dich an meinen Blogpost über die Reblaus? Dort habe ich erzählt, wie im 19. Jahrhundert die Reblaus nach Europa kam und riesige Teile des Weinbaus zerstört hat. Ganze Weinberge gingen zugrunde, Winzer waren verzweifelt und die Weinwelt musste sich neu sortieren.
Aus dieser Zuchtarbeit entstanden im Lauf der Zeit die modernen PiWi Sorten. Sie sind keine Produkte aus dem Labor, sondern Resultat klassischer Züchtung, über Jahre oder Jahrzehnte getestet, selektioniert, viele Kandidaten wieder verworfen, bis ein paar wenige wirklich überzeugt haben. Ein bisschen wie Dating im Rebberg, viele Versuche, bis es klick macht.
PiWi in der Schweiz, klein im Anteil, gross in der Wirkung
Jetzt wird’s lokal, Schweiz, PiWi, Weinweib, das ergibt eine spannende Kombination.
In der Schweiz stehen heute ein paar hundert Hektar PiWi Reben, etwa 3,5% der gesamten Rebfläche. Das klingt nach wenig, ist aber beachtlich, wenn man bedenkt, wie jung viele dieser Sorten sind. Während in einigen klassischen Regionen noch darüber gestritten wird, ob man überhaupt neue Reben zulässt, baut die Schweiz PiWi still und konsequent aus.
Mein Lieblingsbeispiel ist Luzern. Dort sind schon rund 40% der Rebfläche mit PiWi bepflanzt. Vierzig Prozent. Das ist nicht „Wir probieren mal etwas aus“, das ist „Wir haben verstanden, wohin die Reise gehen könnte“. Wenn du PiWi Weine probieren willst, darf Luzern auf deiner mentalen Karte gern rot markiert sein.
Auch im Wallis sind mehrere PiWi Sorten offiziell im AOC Katalog. Divico ist dort anerkannt, dazu kommen weitere robuste Sorten. Das heisst, PiWi steht nicht als „Versuchswein“ in der Ecke, sondern trägt Herkunftsnamen und gehört ganz normal ins Sortiment.
Die Schweizer PiWi Gang, Wer im Glas auftaucht
Damit es nicht abstrakt bleibt, hier ein paar PiWi Sorten, denen du früher oder später begegnen wirst.
Divico, dunkler, kräftiger Rotwein aus einer Schweizer Neuzüchtung. Viel Farbe, sattes Tannin, deutliches Aromaprofil. Wenn Divico ein Mensch wäre, wäre er derjenige, der beim Raclette die Pfännchen übernimmt und dafür sorgt, dass alle satt und zufrieden sind.
Divona, die weisse Schwester im PiWi Universum. Sie reift früh, zeigt Zitrusnoten, Rosen und manchmal einen leichten Tropen Touch. Ein idealer Apéro Wein, aber nicht darauf beschränkt. Perfekt für alle, die beim Probieren gern sagen „Was ist das, das ist spannend“.
Cabernet Jura, roter PiWi, der in der Schweiz gut Fuss gefasst hat. Im Duft und Geschmack irgendwo zwischen Cassis, Sauerkirsche und einem Hauch Paprika, dazu eine solide Struktur. Ein schönes Beispiel dafür, dass PiWi durchaus klassisch wirken kann.
Regent, international einer der bekannten PiWi Vertreter, auch im Wallis vorhanden. Viel Farbe, dunkle Frucht, oft im Cuvée eingesetzt. Regent ist der Bandkollege, der nicht auf dem Plakat vorne drauf ist, aber den Sound zusammenhält.
Johanniter, weisse PiWi Sorte mit frischer Zitrusaromatik und etwas Pfirsich. Gut geeignet für biologisch bewirtschaftete Weinberge. Ein Wein, der sich entspannt wegtrinkt, ohne laut zu sein, ideal für heisse Tage und unkomplizierte Abende.
Solaris, reift früh und zeigt Aromatik von Zitrus bis tropischer Frucht. Aus guten Lagen können sehr konzentrierte Weissweine entstehen. Solaris ist ein starkes Argument dafür, dass PiWi keine Notlösung, sondern eine echte Stilentscheidung sein kann.
Muscaris, verwandt mit Muscat, also Blumigkeit, Gewürz und Frucht. Entweder man liebt diesen Stil oder man denkt „Das ist mir zu viel“. In guten Händen kann Muscaris aber richtig Spass machen und bietet spannende Möglichkeiten beim Foodpairing.
Souvignier Gris, rosafarbene Trauben, meist weiss gekeltert. Exotische Frucht, angenehme Säure und ideal für Winzer, die gerne ein bisschen aus dem gewohnten Schema ausbrechen.
Dazu kommen viele weitere PiWi Sorten auf kleineren Flächen, Bianca, Bronner, Léon Millot, verschiedene Cabernet Kreuzungen und mehr. Eine ideale Spielwiese für Degustationen, bei denen man am Ende denkt „Warum steht da nicht einfach Achtung, macht süchtig?“ Gäu das ist mega spannend!
Wo diese Reben stehen und wo du hinfahren kannst
PiWi in der Schweiz passiert nicht im Hinterzimmer eines Labors, sondern mitten in realen Weinlandschaften.
In Luzern, wo fast die Hälfte der Rebberge bereits PiWi ist, eine Region, die sich hervorragend für eine PiWi Tour eignet.
Im Wallis, wo PiWi Sorten AOC Status haben und mit Namen wie Divico, Regent, Solaris oder Johanniter in der Herkunftsliste auftauchen.
Am Zürichsee, zum Beispiel im Rebberg der Martin Stiftung, wo ausschliesslich PiWi angebaut wird, Cabernet Noir, Cabernet Jura, Divico und andere.
In St. Gallen, wo Betriebe wie Bosshart + Grimm PiWi in spannender Topographie einsetzen.
Im Aargau, wo FiBL PiWi im Rahmen von Forschungsprojekten und Praxiserfahrungen ins Glas bringt, Weinbau der Zukunft zum Probieren.
In Genf, wo Sorten wie Divico und Divona nach und nach ihren Platz finden und man Entwicklungen sehr gut über mehrere Jahrgänge beobachten kann.
Und wie schmeckt das jetzt, die grosse PiWi Frage
Vielleicht fragst du dich inzwischen „Alles schön und gut, aber schmeckt das?“ Die Antwort ist, es kommt darauf an, wie bei jedem Wein. Es gibt PiWi Weine, die völlig vertraut wirken, in einer Blindprobe würdest du kaum auf die Idee kommen, dass es sich um eine besondere Sorte handelt. Andere wirken eigenständiger, mit neuen Aromabildern, die man erst einordnen muss. Wieder andere sind noch in einer Art Findungsphase, die Sorte ist jung, der Winzer probiert, das Ergebnis ist interessant, manchmal aber noch etwas unruhig.
Für Menschen, die gerne degustieren, ist PiWi eine Einladung, das eigene Bewertungsraster etwas zu lockern, weniger feste Regeln, mehr Offenheit. Die Weinwelt verändert sich, Themen wie Biodiversität, Klimaveränderung und Ressourcen sind nicht mehr theoretisch. Es wäre seltsam, wenn die Reben darauf gar nicht reagieren würden.
Was du mit PiWi machen kannst
Für mich ist PiWi keine neue Schublade im Shop, sondern eine sehr dankbare Spielwiese.
PiWi Vertikale, gleiche Sorte, gleiche Region, verschiedene Jahrgänge, so spürst du, wie sich eine PiWi Rebe über die Jahre entwickelt.
PiWi vs. Klassiker, Divico neben Pinot Noir, Divona neben Chasselas, nicht als Wettbewerb, sondern als Gespräch im Glas, was verändert sich, was bleibt ähnlich.
Foodpairings, Muscaris zu orientalischer Küche, Solaris zu alpinen Käsen, Divico zu dunkler Schweizer Schokolade, hier ist viel Raum für neugieriges Probieren.
Und natürlich Geschichten, Winzer, die bewusst umdenken, Böden, die davon profitieren, Landschaften, die nicht von kurzfristigen Lösungen leben. PiWi ist nicht nur eine Rebsorte, PiWi ist ein Statement, wie Weinbau auch aussehen kann.
PiWi Shopping Tipps
Damit du nicht nur liest, sondern auch probieren kannst, hier ein paar Adressen, wo PiWi in Flaschen gefüllt auf dich warten.
Solaris, Souvignier Gris, Seyval Blanc und Les Cabernets von Bosshart + Grimm und FiBL über den amiata Onlineshop.
Divico „Nachtreiher“ und Solaris Süsswein von Diroso im eigenen Diroso PiWi Shop.
Burg Rheineck, Léon Millot vom Weingut am Steinig Tisch, Roman Rutishauser, in Thal. Dunkel, dicht, würzig fruchtig, mit der Süsse reifer Früchte und einem Jahr im kleinen Holz, direkt beim Weingut am Steinig Tisch, Burg Rheineck Léon Millot. Ein PiWi, der nicht Experiment sagt, sondern, ich bin da, setz dich hin und hör zu. Fun Fact, diesen Wein hatten wir während der ganzen Zeit, in der wir unseren eigenen Online Shop geführt haben, im Sortiment, so etwas wie unser heimlicher PiWi Hauswein. Roman's Weine können wir übrigens sehr empfehlen! Da ist pure Handarbeit mit Leidenschaft und Weinwissen kombiniert.
Am Ende von all dem bleibt für mich vor allem eines, PiWi Reben sind kein exotischer Nebenschauplatz, sondern ein ernstzunehmender Vorgeschmack auf den Weinbau der Zukunft, nicht laut, nicht spektakulär inszeniert, aber mit dem stillen Selbstbewusstsein von Reben, die sagen, wir kommen klar, auch wenn das Klima nicht mehr so nett ist wie früher.
Für uns im Glas heisst das, neugierig bleiben. Nicht jede PiWi Flasche wird zur grossen Liebesgeschichte, aber viele sind genau das, was wir gesucht haben, ohne es zu wissen, spannend, robust und manchmal charmant unperfekt. Und ja, hin und wieder auch eine Sorte, bei der man denkt, bitte mehr davon.
Wenn du das nächste Mal vor einem Gestell oder im Onlineshop stehst und wählen musst zwischen „kenn ich, trink ich immer“ und einer PiWi Flasche mit unbekanntem Namen, gib der neuen Sorte eine Chance. Vielleicht ist genau dieser Wein der Moment, in dem du merkst, wie spannend es sein kann, wenn der Blick ein Stück über die üblichen Verdächtigen hinausgeht.
Die Freitagsflasche ist da und heute wird’s leicht. Also so richtig leicht. Fast schon verdächtig leicht. Wir sind nämlich über den Terrasse 2025 AOC La Côte, einen Chasselas aus der Schweiz, gestolpert. Ein low alcohol Wein mit nur 10% Alkohol. Früher hätte man gesagt: „Und wo ist der Rest geblieben?“
Terrasse 2025 – Grand Cru, AOC La Côte
Klingt schon nach Dolce Vita, oder? Fehlt nur noch der See, die Sonnenbrille und jemand, der dir den Alltag vom Leib wedelt.
Und keine Angst: Das hier ist kein komisches 0%-Experiment aus dem Labor. Das ist ganz normaler Wein. Einfach mit etwas weniger Wumms was ihn gerade ziemlich sexy macht.
Alkohol: 10% Farbe: Lindenblüten
Nase: Aprikose, Birne, Holunderblüten und so ein Hauch Vanille, der sagt: „Ich könnte auch anders, aber ich will heute nicht. Mund: Frisch, fruchtig, leicht mineralisch, ein bisschen Zitrus und vor allem unglaublich easy drinking. Die 10% merkt man, aber eher so wie ein leichter Flirt. Nicht wie eine toxische Beziehung.
Das ist der Wein, den wir trinken, wenn wir eigentlich nur „ein Glas“ wollten… und plötzlich ist die Flasche leer. Upsi. Er erinnert ein bisschen an einen gespritzten Weisswein, einfach ohne Verwässerung. Süffig, harmonisch und gefährlich unkompliziert.
Passt imfall perfekt zu Sushi! Wir haben das getestet, wie das Bild beweist.
Dieser Wein ist nichts für schwere Gedanken. Der ist für barfuss auf der Terrasse abhängen, leicht zerzauste Haare und dieses „Mir doch egal, wir bleiben noch ein bisschen“.
Und natürlich hat er uns wieder eine Geschichte erzählT
Du kennst sie sicher noch. Die Frau aus der Raffaello-Werbung. Immer ein bisschen zu perfekt, immer irgendwo zwischen Meeresbrise und „Ich habe nie Stress“. Genau sie sitzt da. Oder zumindest ihre leicht realistischere Cousine.
Eine Terrasse, irgendwo am Wasser. Vielleicht am Genfersee. Vielleicht auch einfach an einem Ort, der sich genau so anfühlt. Weisses Metalltischchen. Leicht verwittert, aber stilvoll. Darauf: ein gekühltes Glas „Terrasse“. Sie trägt einen oragen, breitkrempigen Strohhut, der perfekt zur Abendsonne passt. Die Sonnenbrille ist gross, elegant, ein bisschen wie eine Diva. Ihr Leinenkleid? Cremefarben, locker, bewegt sich im Wind. Neben ihr liegt ein Buch. Offen. Ungelesen.
Weil sie gerade Wichtigeres tut. Sie nimmt einen Schluck Wein. Schliesst für einen Moment die Augen. Die Welt wird leiser. Keine Termine. Keine Nachrichten. Kein „nur schnell noch“.
Nur das entfernte Plätschern des Wassers und ein paar Schwalben, die durch den Himmel schneiden. Sie lächelt. So ein feines, kleines Lächeln. Nicht für die Kamera. Einfach für sich.
Und genau in diesem Moment verstehen wir, was dieser Wein eigentlich will: Nicht beeindrucken. Nicht überfordern. Einfach… kurz alles ein bisschen leichter machen.
Bevor ich es vergesse! Den "Terrasse" Chasselas Grand Cru bekommst du bei Denner.
Heute gibt es zur Freitagsflasche übrigens keinen Song. Ab nächster Woche kommst du dann wieder in Genuss.
Der Sommer ist (immer noch) da, die Gläser klirren und mein Kopf ist voll mit Blogideen, aber heute möchte ich von dir wissen, was DICH interessiert. Nicht weil mir die Ideen ausgegangen sind, sondern weil ich neugierig bin wie eine Weinbloggerin vor einem unbekannten Naturwein.
Vielleicht liegst du gerade am Strand, sitzt auf dem Balkon mit einem Glas Riesling oder versteckst dich in einem kühlen Keller zwischen Barrique und hast endlich Zeit und Musse, eine Frage loszuwerden. Worüber soll ich im Mittwochsblogpost unbedingt mal schreiben: Rebsorten, Regionen, Weinstile, Foodpairing, Weinfrauen, Weinmythen oder etwas ganz anderes?
Deine Weinfragen im Sommer
Damit deine Ideen nicht in der Sommerhitze verdunsten, habe ich dir gleich hier ein kleines Formular eingebunden. Schnapp dir ein paar Minuten Ferienzeit, schreib mir deine Wünsche, Fragen oder wilden Weinfantasien und vielleicht wird dein Thema schon bald zum nächsten Mittwochsblogpost.
Guter Content ist wie guter Wein: wird besser, wenn man ihn teilt.
La Porte de Novembre ICE ist kein Wein, der brav im Regal wartet, bis die Feiertage anfangen. Diese Linie mischt seit den 1960er-Jahren in der Walliser Weinszene mit und sie hat sich von Anfang an auf die süssliche bis süsse Seite geschlagen. ICE ist ihr schäumender Freitagsableger: hier eine Assemblage blanc, die genau dort ansetzt, wo spät gelesene, aromatische Trauben Lust auf Zucker, Perlage und gute Laune machen.
Maison Gilliard arbeitet für La Porte de Novembre bewusst mit späteren Herbstlesen. Wenn es Richtung November geht, steigen Zuckergehalt und Aromendichte, während die Säurestruktur reif und stabil bleibt, ideal, um Weine mit Restsüsse zu ernten, die nicht klebrig werden, sondern charmant und lecker bleiben. Bei ICE bedeutet das, die Basis kommt aus Most mit genügend natürlichem Zucker, damit nach der Schaumweinbereitung eine spürbare Süsse stehen bleiben darf und von der Säure eingefangen wird. Du bekommst also nicht einfach „süss“, sondern eine balancierte Süsse, die die Frucht trägt.
Die ganze Porte-de-Novembre-Familie spielt in diesem süsslichen Kosmos, von stillen Weinen mit Restsüsse über verschiedene perlende Varianten bis hin zu ICE als süssem Schaumwein für die unkomplizierten Momente. Sie sind dafür gemacht, Dessert zu flankieren, Apéros zu versüssen oder einfach diesen „Ich brauche heute etwas Charmantes im Glas“-Moment zu bedienen. ICE setzt dabei den verspieltesten Akzent, feine Perlage, deutlich süss, aromatisch, mit einem klaren „easy drinking“-Anspruch.
Wir haben ihn für dich degustiert, hier kommt
La Porte de Novembre ICE
Assemblage blanc Vin pétillant doux VPD Suisse
Alkohol: 9 % Farbe: Melonengelb
Nase: Holunderblüten mit frischen Früchten, nichts das überwiegt, also sehr ausgeglichen. Vanille, bizzi Passionsfrucht und Nektarine. Also fruchtig, frisch. Mund: Ähnlich perlend wie ein Moscato aber trockener, süss aber doch nicht zu sehr. Eine angenehme Süsse. Im Mund ist der Boden gut zu erkennen, mit ein wenig Schiefer. Ein richtig süffiger Wein.
Seine Geschichte erzählt er so:
La Porte de Novembre ICE ist der klassische Sommerwein für Runden, in denen die Stimmung schneller steigt als die Temperatur auf dem Balkon. Die Flasche sitzt mitten im Geschehen, zwischen grünen Oliven von Betty Bossi, Partygebäck und dem ganz normalen „Was für eine Woche…“-Seufzer, der beim ersten Einschenken verschwindet.
Das ist kein Wein für stille Momente und philosophische Monologe. Das ist ein Wein für Girlsnights und alle, die heimlich finden, sie sollten viel öfter an einer solchen teilnehmen. Man plant eigentlich „nur einen gemütlichen Apéro“ und merkt, dass eine Flasche La Porte de Novembre ICE ungefähr so lange hält wie ein gutes Gespräch über Ferienpläne, Beziehungsgeschichten und die Frage, ob man die Chips wirklich teilen muss. Deshalb: Kauf mindestens zwei Flaschen. Eine ist schneller leer, als du „Freitagsflasche“ sagen kannst.
Zu diesem Wein gehören Menschen. Er ist kein Solo‑Projekt für nachdenkliche Sofaabende, sondern ein Partnerwein, er braucht Stimmen, Gelächter, Gläser, die sich berühren. Wichtig! Er will eiskalt ins Glas, sonst wird er beleidigt und verliert seinen frechen Schwung.
Mit La Porte de Novembre ICE wird viel gequatscht, gelacht und angestossen. Es entstehen Selfies, Ussies, kleine Videos für die Instastory, vielleicht ein Reel, das nie gepostet wird, aber beim Anschauen nochmals alle zum Lachen bringt. Die Partystimmung ist im Glas eingebaut, du musst sie nur einschenken.
Geh und hol dir eine dieser Flaschen. Der Rest der Geschichte passiert ganz von alleine, auf deinem Balkon, am Küchentisch, am See oder dort, wo dein Freitag zur Freitagsflasche wird.
Du hast eine bestimmte Flasche Wein zu Hause, hättest mega Lust auf ein Glas, lässt sie aber zu, weil du a) nicht die ganze Flasche trinken willst oder b) findest: „Für diese Flasche muss die Stimmung wirklich passen.“ Genau da kommt Coravin ins Spiel. Das ist ein Weinsystem, mit dem du dir ein Glas einschenken kannst, ohne die Flasche richtig zu öffnen und der Rest bleibt noch wochen- bis monatelang gut trinkbar.
Wir haben seit Jahren einen klassischen Coravin zu Hause, nutzen ihn aber viel weniger als wir könnten. Nicht, weil er nicht funktioniert, sondern weil man im Alltag oft bequemer ist als seine technischen Spielzeuge. Gekauft haben wir ihn 2019 für unsere Weinkurse und obwohl wir diese inzwischen nicht mehr anbieten, bleibt so ein teures Teil natürlich im Haus.
In diesem Beitrag zeige ich dir, was Coravin genau macht, wie es funktioniert, für wen es spannend ist und warum so ein Hightech-Gadget trotzdem im Weinregal verstauben kann.
Was ist Coravin überhaupt?
Coravin ist ein System, mit dem du Wein glasweise aus der Flasche holen kannst, ohne den Korken zu ziehen. Statt den Korken rauszuziehen, sticht eine feine Hohlnadel durch den Naturkorken, der Wein läuft durch diese Nadel in dein Glas und ein Schutzgas schaut im Hintergrund, dass der Rest in der Flasche trinkbar bleibt.
Gedacht ist Coravin vor allem für Menschen, die
hochwertige Weine nicht an einem Abend trinken wollen
mehrere Weine gleichzeitig offen haben möchten (Degustationen, Foodpairing, Ausbildung, Content)
neugierig sind, wie sich ein Wein über längere Zeit entwickelt, ohne gleich mehrere Flaschen kaufen zu müssen
Aus dem ursprünglichen „Nadel durch Kork“-Gadget ist inzwischen eine kleine Produktwelt geworden. Systeme für Kork, Lösungen für Schraubverschlüsse und sogar ein System für Schaumwein.
Die Technik: eine Nadel, ein Korken und viel (unsichtbares) Gas
Das Herz von Coravin ist erstaunlich unspektakulär: eine Nadel. Sie wird auf den Flaschenhals gesetzt, durch den Korken gedrückt und verbindet die Flasche mit deinem Glas. Beim Ausschenken passieren zwei Dinge gleichzeitig:
1 Wein fliesst über die Nadel in dein Glas. 2 Ein Gas (meist Argon) wird in die Flasche gepresst und ersetzt die Menge Wein, die du rausgeholt hast.
Die 3 Coravin-Systeme im Überblick
Coravin ist inzwischen eine kleine Familie, es gibt für fast jeden Wein-Menschen ein passendes Modell.
Timeless: der klassische Coravin
Timeless ist das System, an das die meisten denken, wenn sie Coravin hören, dieses Modell steht auch seit Jahren bei uns.
Die Nadel sticht direkt durch den Naturkorken.
Der Korken bleibt in der Flasche.
Argon ersetzt den entnommenen Wein, die Flasche bleibt (bei vernünftiger Lagerung) über lange Zeit stabil.
Für das Timeless System gibt es auch Schraubverschluss-Sets dazu. Die haben einen Silikonstopfen, der Wein kann so gleich behandelt werden, wie einer mit Korken.
Dass wir unseren Timeless nicht so oft benutzen, wie wir könnten, zeigt vor allem eines, man greift im Alltag schnell zum vertrauten Korkenzieher, obwohl man es nicht müsste. Der Autopilot „Flasche auf – zack“ sitzt einfach tief.
Der Coravin Timeless in Action.
Pivot+: für Flaschen mit Schraubverschluss und Alltagsweine
Pivot ist die pragmatische (und auch günstigere) kleine Schwester:
Die Flasche wird normal geöffnet.
Ein spezieller Stopfen kommt sofort in den Flaschenhals.
Über das Pivot-Gerät wird beim Einschenken Argon in die Flasche gegeben.
Der Wein bleibt damit nicht jahrelang frisch, aber deutlich länger trinkbar als mit einem simplen Stopfen, häufig so um die 4 Wochen. Ideal für Alltagsweine, Weine mit Schraubverschluss oder für Haushalte, in denen „ein Glas“ tatsächlich ein Glas bedeutet. Meine Schwägerin ist da das perfekte Beispiel, sie trinkt gerne Wein, aber wirklich nur ein Glas und öffnet deshalb keine ganze Flasche nur für sich. Ich muss ihr bei Gelegenheit vom Pivot+ erzählen.
Sparkling: Schaumwein, der die Bubbles behalten will
Schaumwein ist ein Sonderfall, weil es hier nicht nur um Oxidation geht, sondern auch um Druck und Perlage.
Coravin Sparkling löst das so:
Ein spezieller Verschluss wird auf die geöffnete Flasche gesetzt.
Mit einer CO₂-Kartusche wird die Flasche wieder unter Druck gesetzt, damit Kohlensäure und Druck länger halten.
Damit kannst du Champagner, Cava oder Prosecco über mehrere Tage bis Wochen trinken, ohne dass Tag zwei sich anfühlt wie: „Upsi, ich habe die Flasche in der Küche vergessen und jetzt ist es nur noch trauriger Perlwein.“
Das Gas: unsichtbarer Bodyguard für deinen Wein
Ohne Gas wäre Coravin einfach nur ein sehr ambitionierter Korkenzieher.
Bei Stillwein (Timeless, Pivot+) verwendet Coravin in der Regel Argon. Argon ist schwerer als Luft, geschmacksneutral, farblos und reagiert nicht mit dem Wein. Es legt sich wie eine unsichtbare Schutzschicht auf die Oberfläche und hält Sauerstoff auf Abstand.
Bei Schaumwein (Sparkling) kommt CO₂ zum Einsatz. Das sorgt für Druck in der Flasche und hilft, die Perlage zu erhalten, also genau das, was wir am Glas Bubbles so lieben.
Was Coravin dir im Weinalltag bringt
Wenn du Coravin bewusst einplanst, hat er ein paar ziemlich starke Joker im Ärmel.
Freiheit im Glas Du musst nicht mehr überlegen: „Lohnt sich die Flasche heute wirklich?“ Du kannst dir einfach ein Glas einschenken und den Rest für später lassen. Später kann ein paar Tage, Wochen oder auch deutlich länger bedeuten, je nach Wein und Lagerbedingungen.
Mehr Weine parallel, kein Reste-Drama Für Degustationen, Foodpairing oder Sensorik-Übungen ist Coravin extrem praktisch. Mehrere Weine parallel im Glas, ohne dass du am Ende fünf halboxidierte Restflaschen im Kühlschrank hast, die niemand mehr wirklich trinken mag.
Entspannter Umgang mit teuren Flaschen Eine grossartige Flasche muss nicht mehr nur „für einen besonderen Anlass“ herhalten. Du kannst dir ein Probierglas ziehen, schauen, wo der Wein in seiner Entwicklung steht, und die Flasche danach wieder in den Weinkühlschrank oder ins Regal stellen. Das nimmt viel Druck aus der Frage „Heute oder nie“.
Gold für Content, Schulung und Storytelling Für Bloggerinnen, Sommeliers und Trainerinnen ist Coravin ein Kreativ-Tool. Du kannst denselben Wein über Monate begleiten, Reifestufen dokumentieren, verschiedene Foodpairings testen, alles mit einer einzigen Flasche. In der Praxis heisst das, mehr Material für Tastings, Posts, Reels und Newsletter, ohne jedes Mal eine neue Flasche zu opfern.⠀
Die Grenzen: Was Coravin nicht kann
So clever das System ist, es ist keine Zauberei, sondern Physik plus äs bizzi menschliche Realität.
Kork bleibt Diva Coravin ist für Natur- und Presskork optimiert. Bei sehr alten, bröseligen Korken oder synthetischen Verschlüssen kann die Dichtigkeit eingeschränkt sein. Manchmal entscheidet also nicht die Technik, sondern der Zustand des Korkens.
Schraubverschlüsse brauchen Extras Für Schraubverschlüsse gibt es spezielle Adapter oder den Pivot+. Das funktioniert, ist aber zusätzlicher Aufwand und alles, was extra Aufwand ist, wird im Alltag gerne ignoriert.
Kosten – Gerät und Kapseln Ein Coravin-System ist eine Investition, dazu kommen laufend Kapseln. Wenn man dann merkt, dass man es eigentlich viel öfter nutzen könnte, aber oft doch den klassischen Korkenzieher nimmt, zeigt das, Coravin will bewusst in den Alltag integriert werden, sonst bleibt es ein Luxus-Tool im Hintergrund.
Komfortzone Korkenzieher Wir haben seit Jahren einen klassischen Coravin und trotzdem öffnen wir viele Flaschen ganz normal. Warum? Gewohnheit. „Kurz schnell“ eine Flasche aufmachen geht halt immer. Dazu kommt, es braucht ein kleines Ritual, um den Coravin wirklich einzusetzen.
Für wen lohnt sich Coravin also?
Coravin macht besonders dann Sinn, wenn du dich in mindestens einem dieser Punkte wiederfindest:
du trinkst regelmässig hochwertige, lagerfähige Weine
du hast Lust, mehrere Weine parallel offen zu haben (privat oder beruflich)
du beschäftigst dich gerne mit Reife, Jahrgängen und Stilistik über längere Zeit
du arbeitest mit Wein in Kommunikation, Schulung oder Content und möchtest aus einer Flasche viele Geschichten ziehen
Wenn du hauptsächlich unkomplizierte Alltagsweine trinkst, die sowieso am selben Abend verschwinden, oder wenn du weisst, dass du technische Tools nur kurz enthusiastisch nutzt und dann vergisst, kannst du ganz entspannt beim klassischen Korkenzieher bleiben.
Fazit: Kein Wunderstab, aber ein Tool mit Potenzial
Coravin verändert nicht den Wein selbst, sondern unseren Umgang mit Flaschen. Statt „Ganz oder gar nicht“ wird „Ein Glas jetzt, der Rest später“ zur realistischen Option und das macht vieles entspannter, beim Geniessen, beim Vergleichen und beim Lernen.
Unser eigenes Fazit nach einigen Jahren mit einem klassischen Coravin im Haus, das System ist genial, wenn man es bewusst in den Weinalltag einbaut. Es ist aber kein Selbstläufer. Zwischen „Wir könnten den Coravin viel öfter nutzen“ und „Wir tun es tatsächlich“ liegt oft nur ein kleiner Griff zum Gerät.
Und nachdem ich mich für diesen Mittwochsblogpost nach langer Zeit wieder mal in die Welt des Coravins gestürzt habe, wird unserer zukünftig definitiv mehr zum Einsatz kommen.
Und du? Vielleicht hast du jemanden im Freundeskreis oder in der Familie, für den ein Coravin Timeless oder Pivot+ das perfekte Geschenk wäre – inklusive Einladung auf genau ein Glas Wein.
Juhu, fast geschafft! 🥂 Schau jetzt schnell in dein Postfach – da wartet eine E-Mail, die nur darauf brennt von dir bestätigt zu werden. Klick drauf und schon bist du offiziell Teil der „Weinmomente“-Crew. Prost auf viele genussvolle News! 🍷