Freitagsflasche: Chianti Classico Riserva 2020 von Carpineto

Freitagsflasche: Chianti Classico Riserva 2020 von Carpineto

Das Frühsommerwetter zeigt sich gerade eher von der frischen, „zieh dir noch was an“-Seite statt von der heiss-und-wohlig-Fraktion. Also gibt es heute nochmal einen Rotwein.

Wie du vielleicht weisst, habe ich 13 Jahre in der Toskana gelebt und dort Weindegustationstouren durchgeführt. Eines der Weingüter auf meinem fixen Programm: Carpineto. Es liegt bei Dudda (Gemeinde Greve in Chianti), an der SP16 Chianti – Valdarno, ziemlich genau dort, wo die Postkartenmotive wohnen.

An meinen ersten Besuch erinnere ich mich noch gut. Familiengeführt, Degustationsraum gleich neben dem Büro, mitten in den Rebbergen und alle einfach unglaublich herzlich. Sie haben mich und meine Gäste immer mit offenen Armen empfangen und mir so sehr vertraut, dass ich die Degustationen oft alleine durchführen durfte.

Schon damals gab es eine Auswahl ihrer Weine bei Denner und zu unserem Glück ist das heute noch so. Da wir gefühlt seit einer halben Ewigkeit keinen Chianti Classico Riserva mehr im Glas hatten, war klar, der muss mit:

Chianti Classico Riserva 2020 DOCG

Traubensorten: Sangiovese (mind. 80%), Canaiolo

Alkohol: 14%
Farbe: Granatrot

Nase: Waldbeeren, Veilchen, rote Kirschen, ein Hauch grüne Peperoni, dazu Leder, Zeder und etwas Lakritze.
Mund: Dieser typische Sangiovese-Punch! Saftige Säure, griffige, aber wunderbar eingebundene Tannine. Fruchtig, langanhaltend und herrlich unkompliziert, ein Sangiovese ohne Schnickschnack, aber mit Charakter. Er kann alles: vom Apéro mit Fleisch über geschmorte oder grillierte Gerichte (Wildschwein, Rind oder Schwein – such dir was aus) bis hin zum Käseplättli am Ende vom Znacht. Ein echter Allrounder mit Stil.

Und genau diese Geschichte erzählt er

Der Abend senkt sich langsam über den Rebberg. Die Arbeit ist getan, Ruhe kehrt ein. Die letzten Mitarbeiter schlendern zwischen Keller und einer rustikalen Pergola hin und her. Darunter ein grosser, handgezimmerter Holztisch, der schon viele Geschichten gehört hat. Jemand entfacht ein Feuer für später.

Man setzt sich. Zufrieden. Ein bisschen müde, aber auf die gute Art. Auf dem Tisch stehen Antipasti, toskanisches Brot, einfache, leckere Köstlichkeiten. Und natürlich Wein. Es wird gelacht und über Gott und die Welt diskutiert. Und vielleicht auch darüber, warum alkoholfreier Wein im Chianti Classico ungefähr so gut ankommt wie Ananas auf der Pizza.

In vino veritas!

Mit Caterina Sacchet, der Kellermeisterin, hatte ich immer besonders spannende Gespräche. Sie erzählte mir z.B. vom Druck kurz vor der Lese. Sangiovese reift spät, die Ernte beginnt meist erst Ende September, genau dann, wenn es im Chianti Classico gerne mal ausgiebig regnet. Der Blick auf die Wetterprognose wird da schnell zur täglichen Nervenprobe. Oder auch was es alles braucht an Handwerk, Wissen, anstrengender Arbeit, Energie, bis eine Flasche Wein konsumfertig beim Kunden auf dem Tisch steht.

Als wir diese Freitagsflasche geöffnet und mit der Degustation begonnen haben, war das für mich ein bisschen wie Heimkommen. Nur ohne den Koffer zu packen.

Toskana im Glas, der Song zur Freitagsflasche

Zu dieser Freitagsflasche gibt es nicht nur den obigen Blogpost, sondern gleich auch Musik. „Toskana im Glas“ ist mein kleiner Wein-Jazz-Ausflug: inspiriert vom Chianti Classico Riserva 2020 von Carpineto, von meinen Jahren in der Toskana und von all den Abenden zwischen Rebberg, Pergola und Znacht am Tisch. Ton an, Glas füllen und eintauchen.

5 typische Fehler beim Wein degustieren und wie du sie vermeidest

5 typische Fehler beim Wein degustieren und wie du sie vermeidest

Wein degustieren klingt immer ein bisschen nach Prüfungssituation: Weisse Tischdecke, ernste Gesichter, jemand schwenkt das Glas und murmelt etwas von „schwarze Kirsche“ und du denkst dir: „Ähm… ich rieche… Wein?“

Entspann dich. Fehler gehören beim Degustieren genauso dazu wie Weinflecken zu weissen Hosen. Und das Beste: Die meisten dieser Fehler sind komplett unnötig und lassen sich mit ein paar einfachen Kniffen vermeiden.

Hier kommen fünf typische Fehler, die ich bei Degustationen immer wieder sehe (oder gesehen habe), und wie du sie ab heute ganz locker umschiffst.

Fehler 1: Deine Sinne sind im Off. Kaffee, Zigaretten, Zähneputzen & Parfum

Du stehst vor deinem Glas, schaust (auch) ernst, nimmst einen Schluck… und alles wirkt bitter oder kantig. Oder du riechst nur „irgendwas Frisches“, aber keine Weinaromen.

In den allermeisten Fällen ist nicht der Wein schuld, sondern das, was du kurz vorher getrunken, geraucht oder angesprüht hast.

Was den Mund ruiniert: Kaffee, Zigaretten, Zähneputzen

Alles, was direkt durch den Mund geht, beeinflusst zuerst Zunge und Gaumen, also das, was du schmeckst:

  • Kaffee und Espresso legen einen kräftigen Film auf die Zunge, der feine Aromen überdeckt und bei vielen Weinen die Bitterstoffe in den Vordergrund schiebt.
  • Zigaretten betäuben den Gaumen und lassen Weine härter, bitterer oder flacher wirken.
  • Zähneputzen, vor allem mit sehr frischer Zahnpasta, kann Säure völlig überbetonen, plötzlich wirkt ein eigentlich harmonischer Wein nur noch sauer und unangenehm.

Ergebnis: Der Wein schmeckt „schräg“, obwohl mit ihm alles in Ordnung wäre, deine Geschmacksknospen sind einfach noch im falschen Film.

So machst du es besser:

  • Ungefähr 2 Stunden vor dem Degustieren keinen Kaffee mehr trinken, nicht rauchen, keinen Chätschgumi kauen und die Zähne nicht direkt davor putzen.
  • Wenn du doch frisch geputzt hast: Ein Glas Wasser trinken, kurz warten, dann erst an den Wein.
  • Zwischen verschiedenen Weinen immer wieder Wasser trinken und, wenn nötig, ein Stück neutrales Brot essen, um den Mund zu neutralisieren.

Was die Nase blockiert: Parfum & Co.

Alles, was du dir auf die Haut sprühst oder schmierst, arbeitet direkt gegen das, was du riechen willst: den Wein.

  • Parfum, Aftershave, stark duftende Handcreme oder Haarspray legen eine intensive Duftwolke um dich herum.
  • Dein Gehirn ist so sehr mit dieser Duftwolke beschäftigt, dass die feinen Weinaromen im Glas schlicht auf der Strecke bleiben.

Besonders heikel ist das in kleinen Räumen oder wenn mehrere Personen stark parfümiert degustieren, dann riecht man zuerst alles Mögliche, aber kaum noch Wein.

So machst du es besser:

  • Vor einer Degustation am besten kein Parfum/Aftershave nutzen.
  • Hände möglichst ohne stark parfümierte Creme lassen, dein Glas wird in unmittelbarer Nähe sein.
  • Für professionelle Degustationen gilt: immer neutral riechen als wie eine Parfümerie.

Kurz gesagt: Was in den Mund kommt, beeinflusst Geschmack und Bitterkeit; was du dir auf die Haut sprühst, klaut dir die Weinaromen in der Nase. Beides lässt sich mit ein bisschen Planung ganz leicht vermeiden und plötzlich ist im Glas viel mehr los, als du vorher dachtest.

Fehler 2: Falsche Reihenfolge. Wenn der Wein nach „nichts“ schmeckt.

Ein Klassiker bei privaten Degustationen: Man beginnt „mit dem Besten“, also mit dem schwersten, gereiften Rotwein und wundert sich danach, warum der zarte Weisswein so sauer und dünn wirkt.

Deine Geschmacksknospen sind nicht doof, aber sie sind leicht überfordert. Wenn du zuerst einen kräftigen, tanninreichen Rotwein degustierst, hat alles was danach kommt, es sauschwer: Der Eindruck im Mund ist noch da, die Zunge müde, und der arme leichte Wein muss direkt nach einem Schwergewicht in den Ring.

Merke dir für die Reihenfolge:

  • hell vor dunkel: Weisswein → Rosé → Rotwein
  • leicht vor kräftig: schlanke, frische Weine vor den „Muskelpaketen“
  • trocken vor süss: erst die trockenen, am Schluss süssere Weine
  • jung vor gereift: junge, frische Weine vor gereiften mit tertiären Aromen

So machst du es besser:

Stell dir deine Degustation wie eine Playlist vor: Du fängst ja auch nicht mit Heavy Metal an, wenn danach noch eine dezente Jazz-Ballade kommen soll.

Wenn du unsicher bist, sortiere zuerst nach Farbe, dann nach Alkoholgehalt/Intensität (Etikett hilft!) und stell süssere Weine ans Ende.

Fehler 3: Das Glas falsch nutzen. Handwärmer statt Weingenuss.

Weinglas ist Weinglas – Hauptsache irgendwas mit Stiel? Leider nein.

Es gibt zwei sehr beliebte Fehler:

1. Am Kelch anfassen
Das sieht zwar dramatisch aus, wenn man das Glas so richtig packt, ist aber aus zwei Gründen suboptimal:

  • Du wärmst den Wein mit deiner Hand auf.
  • Du hinterlässt Fingerabdrücke, und die Farbe wirkt im Glas weniger schön.

2. Farbe im falschen Licht beurteilen

Wein „gegen das Licht“ oder vor einem dunklen Hintergrund zu beurteilen, ist ungefähr so sinnvoll, wie im Keller nach deinem Sonnenbrand zu suchen. Du erkennst weder Klarheit noch Farbnuancen richtig.

So machst du es besser:

  • Fasse das Glas am Stiel an. Da gehört die Hand hin. Punkt.
  • Um die Farbe zu beurteilen, halte das Glas leicht schräg über einen weissen Untergrund (Serviette, Tischtuch, Blatt Papier). Und schau von oben herab rein.
  • Füll das Glas nicht zu voll – maximal ein Drittel – so kannst du schwenken, ohne gleich den Tisch neu zu dekorieren.

Klingt pedantisch, macht aber in der Praxis einen erstaunlichen Unterschied und du wirkst nebenbei auch noch ziemlich professionell.

Fehler 4: „Schnell mal probieren“. Keine Zeit lassen.

Manchmal läuft eine Degustation so ab: Schluck – „Naja, geht so!“ – nächster Wein.

Das ist ungefähr so, als würdest du in einer Galerie im Laufschritt an jedem Bild vorbeirennen und hinterher sagen: „Kunst ist nicht meins.“

Wein braucht ein bisschen Zeit. Der erste Eindruck ist spannend, aber selten komplett. Viele Weine verändern sich innerhalb von ein paar Minuten im Glas, öffnen sich, zeigen andere Aromen, werden harmonischer.

So machst du es besser:

  • Nimm dir mindestens zwei Schlucke Zeit, besser drei:
    • Der erste ist zum Ankommen und Mund ausspülen, der darf ruhig noch etwas bitter wirken.
    • Beim zweiten kannst du bewusst darauf achten, was im Mund passiert.
    • Beim dritten weisst du dann, was dir der Wein erzählen will.
  • Riech zwischendurch immer wieder ins Glas, auch nach dem ersten Schluck, oft zeigen sich neue Noten erst nach ein paar Minuten.
  • Probier am leeren Glas zu riechen, also wenn du ausgetrunken hast. Da verstärken sich gewisse Aromen und du entdeckst plötzlich Dinge, die dir vorher entgangen sind.

Degustieren ist kein Wettrennen. Wenn du dir erlaubst, bei einem Wein mal ein bisschen länger zu bleiben, wird er dich oft mit einer Geschichte belohnen.

Fehler 5: Degustieren als Prüfung statt Spiel

Der vielleicht grösste Spassverderber ist die Idee, es gäbe eine „richtige“ Antwort.

Du hast ein Glas in der Hand, jemand fragt: „Und, was riechst du?“ und du denkst panisch: „Ich sage lieber nichts, bevor ich mich blamiere.“

Hier die befreiende Wahrheit: Es gibt kein Richtig oder Falsch. Dein Geruchsgedächtnis ist so individuell wie dein Browser-Verlauf. Wenn dich ein Wein an nassen Kies, den Garten deiner Grossmutter oder den Schrank im Ferienhaus erinnert, wunderbar!

So machst du es besser:

  • Sieh Degustieren als Spiel, nicht als Test. Du kannst nur gewinnen. Entweder entdeckst du etwas oder du weisst, was dir nicht gefällt.
  • Denk in grossen Kategorien, bevor du dich verrennst:
    • Riechst du eher Frucht, Blume, Gewürz, Erde, Holz?
    • Ist der Wein eher frisch/knackig oder weich/schmelzig?
  • Sprich laut aus was dir in den Sinn kommt, auch wenn es „grüner Apfel mit Zitrone“ oder „Keller nach Regen“ ist. Je mehr du das übst, desto klarer wird deine Wahrnehmung.

Wein soll dir Freude machen, nicht deinen Puls in die Höhe treiben.

Und jetzt du. Lust auf ein kleines Wein-Experiment?

Wenn du diese fünf Fehler im Hinterkopf behältst, bist du schon deutlich näher an einer „Profi-Degustation“ als du denkst. Ganz ohne komplizierte Fachbegriffe oder Angst vor dem nächsten Glas Wein.

Mein Vorschlag für dein nächstes Wine-Date mit dir selbst oder mit Freund:innen:

1. Such dir 3 Weine aus: die sich klar unterscheiden (z.B. ein frischer Weisswein, ein Rosé, ein leichter Rotwein).

2. Achte bewusst auf:

  • Vorbereitung (keine Nasen- und Zungen-Killer)
  • Reihenfolge (hell → dunkel, leicht → kräftig)
  • Glas (am Stiel halten, weisser Untergrund)
  • Zeit (zwei, drei Schlucke, zwischendurch riechen)
  • Spiel (laut aussprechen, was dir einfällt).

Falls du jetzt richtig auf den Geschmack gekommen bist: In meinen ausführlichen Beiträgen zur Degustation und zu Aromen zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du deine Nase trainierst, Weine sicher beschreibst und typische Aromen immer schneller erkennst – ganz ohne Prüfungsstress, dafür mit umso mehr Genuss.

Du findest dort praktische Übungen, wie Wein richtig degustiert wird. Hier Teil I und hier Teil II

Und hier gibt es eine Zusammenfassung als RAP.

Freitagsflasche: Moulin de Lauzières 2013

Freitagsflasche: Moulin de Lauzières 2013

Es gibt Weine, die sind einfach da. Und dann gibt es Weine, die spielen mit dir. Dieser hier gehört ganz klar zur zweiten Kategorie. Wir sprechen von der:

Moulin de Lauzières 2013 – Grande Réserve aus Les Alpilles

100% Petit Verdot, in Amphoren ausgebaut. Ja genau, Amphoren. Kein Holz, kein Schnickschnack. Einfach Traube pur. Und genau das merkst du.
Alkohol: 13.5 %

Farbe: Schwarzkirsche, tief und satt.
Nase: Ein bisschen erdig, ein Hauch Leder und dann ein ganzer Korb voller schwarzer Früchte, Kirschen, Brombeeren, Waldbeeren. Dazu Veilchen und ein wenig Lakritze. Und jetzt kommt der Clou, die Aromen bleiben nicht einfach brav sitzen. Nein. Die kommen, sagen kurz Hallo und verschwinden wieder. Du denkst dir: „Ah ja! DAS war’s!“ – und beim nächsten Riechen ist alles schon wieder anders. Fast ein bisschen frech, dieser Wein.
Im Mund: Zeigt er sich dann ganz anders. Ruhig. Gelassen. Fast schon meditativ. Die Aromen tragen sich schöner, klarer, strukturierter. Kein Drama, kein Lärm. Ein Wein für lange Abende, für Gespräche, die irgendwo zwischen Philosophie und „weisst du noch damals…“ landen.

Und jetzt kommt die Erinnerung, die mich bei diesem Wein sofort gepackt hat.

Als ich noch in der Toscana lebte und meine Weintouren machte, bekam ich einmal eine Flasche 100% Petit Verdot vom Kellermeister von Riseccoli. Dieses kleine Weingut habe ich immer wieder in meine Touren eingebaut, ein echtes Kleinod, irgendwo oberhalb von Greve in Chianti.

An einem freien Tag sass ich auf unserer Terracotta-Treppe, mit Blick über die kleine Piazza, ein Glas in der Hand. Und dann… habe ich einfach nur gerochen. Immer und imm wieder. Neue Aromen, neue Eindrücke. Ich sass dort sicher 30 Minuten und habe nichts anderes gemacht. In Italien sagt man „Ci vuole fegato“ – dafür braucht es Mumm. Und genau so war es. Dieser Wein war eine Offenbarung. Und weisst du was? Diese Erinnerung ist heute, 15 bis 18 Jahre später, immer noch glasklar da.

Kein Wunder also, dass ich ziemlich aus dem Häuschen war, als ich den Moulin de Lauzières im Coop entdeckt habe. Er kommt nicht ganz an den Riseccoli ran – allein schon, weil er nicht im Barrique ausgebaut wurde – aber er hat genau dieses typische, leicht erdige Petit-Verdot-Ding. Dieses „Moment… riecht das jetzt komisch?“ bis du merkst, dass sich dahinter eine ganze Welt versteckt.

Und dann hat er uns noch eine Geschichte erzählt:

Wir sehen eine Landschaft irgendwo im französischen Hinterland. Hügelig, ruhig, Rebberge und Felsen. Mittendrin eine alte Windmühle. Die Flügel drehen sich langsam, gleichmässig. Drinnen mahlt der Stein. Auch hier: nichts passiert schnell. Alles braucht Zeit.

So wie dieser Wein.

Die Aromen kommen und gehen wie der Wind. Der Winzer bewegt sich ruhig durch seinen Keller, schaut, hört, fühlt. Hier wird nichts erzwungen. Hier darf alles entstehen. Und irgendwie spürt man: An so einem Ort achten nicht nur die Menschen auf den Wein, sondern auch aufeinander.

Ein Wein, der dich entschleunigt, wenn du ihn lässt.

Noch ein kleines Detail am Rande: Das Weingut arbeitet biodynamisch. Und die Petit Verdot Trauben werden in der Nacht gelesen. Allein das passt schon perfekt zu diesem ruhigen, fast geheimnisvollen Charakter.

Wenn du Lust hast, dich darauf einzulassen: Den Wein bekommst du bei Coop. Und mehr zum Weingut findest du hier: https://domainedelauzieres.com

Unser Fazit?

Kein Wein für nebenbei. Aber genau der richtige, wenn du dich auf ein kleines Aromenspiel einlassen willst.

Ja, hier ist er, der passende Song

Weingeschmack finden für Einsteiger: Welche Weine zu dir passen

Weingeschmack finden für Einsteiger: Welche Weine zu dir passen

Nach zehn Degustationen ist man noch lange kein Profi, aber man kann seinen Weingeschmack verdammt gut kennenlernen. Weg von „Den trinken aber alle!“ hin zu „Was macht mir ganz persönlich Spass im Glas?“.

Dein Weingeschmack nach zehn Degustationen

Du hast dich durch etwa zehn Degustationen getrunken, mal im Fachhandel, beim Winzer, mal an einer Messe oder zuhause mit Freunden. Anfangs fühlte sich alles gleich an: Weiss, Rosa, Rot, bisschen Säure, bisschen Frucht. Und irgendwann merkst du: Es wiederholen sich Muster.

  • Da ist dieser Rotwein, der dir immer „zu streng“ vorkommt, kantig, trocken im Mund.
  • Dann der Weisswein, bei dem du gedanklich sofort im Sommer im Garten sitzt, mit einer Schale Aprikosen vor dir.
  • Vielleicht ein Rosé, der dich an Ferien am Meer erinnert, Salzluft und Antipasti.

Ohne dass du es merkst, baut dein Hirn eine interne Wein‑Bibliothek. Es ist genau das gleiche Prinzip wie bei Musik: Du musst keine Noten lesen können, um zu wissen, welche Songs du liebst. Nach zehn Degustationen hast du einen ersten „Soundtrack“ deines Weingeschmacks.

Aromen sind persönlich – denn dein Hirn kann das

Einer meiner wichtigsten Sätze an Weintourkunden war immer „Die Aromen im Wein sind persönlich“. Sie sind mit Erinnerungen verknüpft, mit Kindheit, den Ferien, der Küche deiner Grossmutter, einem Nachmittag im Wald.

Wenn du im Wein „Erdbeere“ riechst, riechst du nicht „die“ Erdbeere, sondern deine Erdbeere. Vielleicht die aus dem Garten deiner Eltern, vielleicht das Erdbeersoftice im Sommer. Andere sagen „Himbeerbrause“, „Hagebuttentee“ oder „nasser Stein“. Und alle haben recht, weil du nicht einen akademischen Katalog durchgehst, sondern dein Erinnerungsarchiv.

Unser Hirn ist dabei ein Aroma‑Genie, es kann Düfte extrem gut erkennen und voneinander unterscheiden, lange bevor wir die Worte dafür finden. Darum wirken Degustationen am Anfang so überfordernd, nicht, weil du nichts kannst, sondern weil du schneller wahrnimmst, als du benennen kannst.

Die gute Nachricht, du musst nicht „richtig“ beschreiben. Es reicht, dass du wiedererkennst: „Ah, das ist diese Sorte von Fruchtigkeit, die ich mag.“ Genau so entsteht dein Weingeschmack.

Warum reinsortige Weine am Anfang Gold wert sind

Für Einsteiger predige ich immer, fangt mit reinsortigen Weinen an. Also Weine, die hauptsächlich aus einer Traubensorte bestehen (oder klar deklariert sind).

Der Grund ist einfach:

  • Ein reinsortiger Pinot Noir zeigt dir ziemlich klar, wie sich diese Traube anfühlt, feiner, leichter, rote Früchte, etwas Säure.
  • Ein reinsortiger Merlot wirkt runder, weicher, dunklere Frucht, weniger Kanten.
  • Ein reinsortiger Sauvignon Blanc ist häufig sehr aromatisch, grasig, Zitrus, vielleicht Chrosle (Stachelbeere).

Nach ein paar Degustationen merkst du:

  • „Immer wenn Pinot Noir draufsteht, werde ich glücklich.“
  • „Merlot ist mir oft zu weich/langweilig.“
  • „Sauvignon Blanc ist mir zu laut in der Nase.“

So beginnt dein persönlicher Rebsorten‑Kompass. Du musst kein Lexikon im Kopf haben, du merkst einfach: Diese Traubensorte fühle ich, diese eher nicht.

Assemblage bäää? Traubensorte im Visier!

Jetzt kommt der spannende Teil, du trinkst eine Assemblage – eine Cuvée = verschiedene Traubensorten im selben Wein – und findest den Wein: bäää. Kein anderer am Tisch versteht das, aber für dich stimmt irgendetwas nicht. Statt zu denken „Ich bin wohl heikel“ oder „Wein ist nichts für mich“, lohnt sich ein Blick aufs Etikett – welche Traubensorten sind drin?

Vielleicht siehst du: Merlot, Cabernet Sauvignon, Syrah. Und du erinnerst dich: „Moment, den reinsortigen Syrah mochte ich schon nicht.“ Sehr oft ist es genau diese Sorte, die in Assemblagen wieder denselben Trigger auslöst. Dein Hirn erkennt die Aromakomponenten, bevor dir das bewusst ist. Es ist wie ein geheimer Sensor: „Diesen Pfeffer, dieses Rauchige, dieses Bittere kenne ich und mag ich nicht!“

Gleiches gilt natürlich auch andersrum: Wenn du Pinot Noir liebst, wirst du wahrscheinlich auch Cuvées mögen, in denen Pinot eine wichtige Rolle spielt. Du fühlst dich sofort „zu Hause“ im Glas.

Wie du deinen Geschmack bewusst festhalten kannst

Nach zehn Degustationen bist du an einem Punkt, an dem du aus dem Bauchgefühl eine erste Orientierungskarte machen kannst.

Hier ein kleiner Leitfaden:

1. Notiere dir Lieblings‑ und „No‑Go“‑Weine
Kein Roman, nur kurz: Name, Region, Jahrgang, Traubensorten und ein Satz wie „mag ich wegen der Frische“ oder „zu schwer/kantig“.

2. Achte auf wiederkehrende Rebsorten
Schau dir an, welche Traubensorten sich bei den Lieblingsweinen häufen und bei denen, die du nicht magst. So kristallisieren sich deine „Go‑To‑Sorten“ heraus.

3. Beschreibe in deinen eigenen Bildern
Schreib nicht „rote Beerenfrucht mit moderatem Tannin“, wenn du innerlich „Sommer, Beerenkuchen, kein Pelz im Mund“ fühlst. Deine Bilder sind wertvoller als jedes Fachvokabular.

4. Spiele mit Kontrasten
Probiere bewusst zwei Weine hintereinander, die sich klar unterscheiden (leicht/schwer, frisch/warm, fruchtig/würzig). Kontraste schärfen dein Gefühl viel besser als fünf ähnlich gebaute Weine hintereinander.

Die Essenz: Dein Weingeschmack ist nicht das, was ein Weinkritiker sagt, sondern das, was dein Hirn immer wieder freudig erkennt.

Fazit vom Weinweib

Nach zehn Degustationen musst du keinen Weinjargon aufsagen oder fachsimpeln können. Aber du kannst:

  • deine Lieblingsrebsorten benennen,
  • deine No‑Go‑Aromen erkennen,
  • auf einem Etikett sehen: „Das könnte mein Wein sein.“

Und wenn du bei einer Assemblage „bäää“ denkst, ist das kein Fehler, sondern eine Einladung, genauer hinzuschauen: Welche Traubensorte schickt dir da gerade ein klares „Nein danke“? Dein Hirn weiss meist längst Bescheid – du musst es nur noch übersetzen.

Freitagsflasche: Amigne de Vétroz 2024

Freitagsflasche: Amigne de Vétroz 2024

Manchmal stolpert man über einen Wein, den man vorher schlicht nicht auf dem Radar hatte und genau das ist uns passiert. Amigne? Nie gehört. Jetzt: leicht verliebt.

Amigne de Vétroz 2024
AOC Valais – von Jean-René Germanier

Traubensorte: 100% Amigne
Alkohol: 13.5 %
Lieblich/halbtrocken, mit einem Restzuckergehalt von 9 – 25

Farbe: Strohgelb
Nase: Hier geht direkt die Post ab mit getrockneten Aprikosen, Honig, Mirabellen, reife Chrosle, dazu ein Hauch Baguette und tatsächlich etwas, das an schottisches Shortbread erinnert. Warm, weich, einladend.
Mund: Mittelsüss, getragen von einer richtig lebendigen Säure, dazu ein feiner mineralischer Zug (ganz leicht Schiefer) und eine Fruchtigkeit, die einfach Freude macht. Das ist kein Wein, der sich sofort komplett erklärt, eher einer, der dich neugierig macht und Schluck für Schluck mehr zeigt.

Wir haben uns ernsthaft gefragt, was sich Jean-René Germanier bei diesem Wein gedacht hat. Welche Idee dahintersteckt. Welche Schritte nötig waren, bis dieses spannende Gesamtbild entstanden ist. Für uns ganz klar: ein „vino da meditare“. Einer, der Zeit verdient.

Die Rebsorte: Amigne aus Vétroz

Wer mehr über diese eigenwillige Walliser Diva wissen will – am Mittwoch haben wir ihr einen eigenen Artikel gewidmet. Dort erfährst du alles über Herkunft, Besonderheiten und warum sie fast nur rund um Vétroz zuhause ist.

Kurz zusammengefasst: Amigne ist selten, charakterstark und ein echter hidden gem für alle, die gerne mal abseits vom Mainstream unterwegs sind. Typisch für sie: diese Kombination aus Frucht, Blüten, Honig und einer lebendigen Struktur mit leicht bitterem Finale, das alles zusammenhält.

Und als kleines nerdiges Detail: die Bienen auf dem Etikett zeigen den Süssegrad an. (1 = trocken, 2 = halbsüss, 3 = süss). Hier trifft Wein auf Imkerei und wir lieben es.

Foodpairing?

Raclette, Vacherin-Fondue, Gschwellti mit Käse, Foie gras oder einfach mal zum Brunch statt Prosecco. Wichtig: gut kühlen! Er braucht die Frische, um richtig aufzublühen.

Diese Geschichte erzählt er:

Ein stilles Mandli aus dem Wallis, irgendwo unter einem alten Schober. Keiner, der laut ruft oder sich in den Vordergrund drängt. Einer, der wartet. Beobachtet. Und erst dann näherkommt, wenn du bereit bist, ihn wirklich kennenzulernen. Er trägt die Wärme seiner Heimat in sich, die Sonne, den Wind, die kargen Böden. Ein Eigenbrötler, aber einer mit Tiefe. Mit feinen Zwischentönen. Mit einem weichen Kern, den er nicht jedem sofort zeigt.

Du musst ihm entgegengehen. Einen Schritt machen. Vielleicht auch zwei. Und wenn du bleibst, wenn du ihm Zeit gibst, dann öffnet er sich. Schluck für Schluck. Geschichte für Geschichte.

Und plötzlich ist er ganz da, präsent, ruhig, voller Charakter. Einer, den man nicht mehr so schnell vergisst.

Lust bekommen?

Den Amigne de Vétroz 2024 von Jean-René Germanier gibt’s bei Coop oder direkt beim Weingut Jean-René Germanier.

Und ganz ehrlich: Wenn du Schweizer Weinbauern unterstützen willst… go for it!

Und hier noch der Song dazu:

Amigne de Vétroz: Die Walliserin mit den Bienen

Amigne de Vétroz: Die Walliserin mit den Bienen

Wenn ein Wein Bienen auf dem Etikett trägt, wird es ziemlich poetisch und man denkt nicht sofort ans Wallis.

Du stehst vor dem Weinregal, siehst eine Flasche Weisswein aus dem Wallis und auf der hinteren Etikette fallen dir ein, zwei oder drei Bienen auf. Im ersten Moment denkst du vielleicht: «Jöö, so härzig!» Im zweiten: «Hä, ist das jetzt Wein oder ein Honigglas mit Alkohol drin?» Keine Bange. Es ist Wein. Und zwar ein ziemlich spannender, finden wir jedenfalls. weshalb ich dir heute Amigne de Vétroz vorstelle, eine autochthone Walliser Rebsorte aus der Schweiz.

Amigne, die kleine Diva aus dem Wallis: Autochthone Rebsorte

Amigne ist eine weisse Rebsorte aus dem Wallis und gehört zu den Weinen, die nicht Everybody’s Darling sein wollen. Sie möchte angeschaut, verstanden und ernst genommen werden.

Optisch erkennst du sie an ihren eher kleineren, lockerbeerigen Trauben mit goldgelben Beeren, die je nach Reifegrad fast ein bisschen bernsteinfarben wirken. Die Schale ist nicht ultradick, aber robust genug, um die langen, sonnigen Walliser Herbsttage gut auszuhalten. Amigne reift spät und lässt sich Zeit, sie ist also alles andere als eine Frühstarterin im Rebberg.

Amigne gehört zu den autochthonen Walliser Rebsorten, sprich: Sie ist hier zuhause und nicht einfach eine internationale Traube, die zufällig im Wallis gelandet ist. Es gibt sie fast nur in der Schweiz und ein grosser Teil der Rebfläche steht rund um Vétroz. Wenn du Amigne im Glas hast, hast du also wirklich ein Stück Walliser Rebkultur vor dir und nicht den nächsten globalen Mainstream‑Weisswein.

Die Rebsorte ist eng mit Vétroz verbunden. Dieser Ort ist so etwas wie das Wohnzimmer der Amigne. Dort fühlt sie sich offensichtlich wohl, zeigt ihren Charakter und macht genau das, was gute Walliser Spezialitäten eben machen: Sie bleibt eigenständig.

Amigne kann trocken, halbtrocken oder süss ausgebaut werden. Genau hier beginnt das fröhliche Bienen-Ballett auf dem Etikett.

Was bedeuten die Bienen?

Die Bienen sind kein Deko-Gag und auch kein Hinweis darauf, dass der Winzer nebenbei noch Imker ist. Sie zeigen, wie viel Restzucker ungefähr im Wein steckt.

Kurz gesagt:

  • 1 Biene: trocken, eher brav, aber nicht langweilig
  • 2 Bienen: charmant, rund, vielleicht ein kleines bisschen verführerisch
  • 3 Bienen: süss, üppig, Dessert und goldener Sonnenuntergang im Glas

Ich finde dieses System grossartig. Endlich einmal ein Etikett, das nicht so tut, als müssen Weingeniesser Önologie studiert haben, um den Wein zu verstehen. Drei Bienen sagen mehr als mancher Rückentext mit «mineralischer Eleganz im Wechselspiel mit subtiler Noblesse». Was auch immer das nach dem zweiten Glas genau heissen soll. Wenn du fleissig liest, dann weisst du natürlich, dass auch wir beim Degustieren die Aromen beschreiben. Nur hoffentlich nie so unverständlich und besonders mit einem Mehrwert für dich.

Wie schmeckt Amigne?

Amigne ist kein dünnes Wässerchen, das kurz «hallo» sagt und dann wieder verschwindet. Sie hat oft Fülle, Frucht und eine schöne aromatische Präsenz. Häufig tauchen Aprikosen, Orange, Honig, Zitrus, florale Noten und manchmal auch eine leicht würzige oder zart bittere Komponente auf.

Das klingt jetzt vielleicht nach Dessertwein mit Wollsocken an den Füssen, aber so einfach ist es nicht. Gerade gute Amigne-Weine haben genug Spannung, damit die Süsse nicht plump wirkt. Wenn die Balance stimmt, ist das wie eine gut erzählte Geschichte: Erst weich, dann überraschend und am Schluss bleibt etwas hängen.

Warum AMIGNE DE VÉTROZ IM WALLIS SO BESONDERS IST

Vétroz ist für Amigne nicht einfach irgendein Dorf mit Reben drumherum. Die Rebstöcke stehen oft in steilen Lagen, auf steinigen, kargen Böden, die sich tagsüber stark aufheizen und die Wärme lange speichern. Genau das mag Amigne, viel Sonne, trockene Bedingungen und genügend Zeit, um langsam auszureifen. Sie ist keine Sorte für fette, tiefgründige Böden, sondern fühlt sich dort wohl, wo sie ein bisschen arbeiten muss. Dafür dankt sie es mit Konzentration und Charakter im Glas.

Amigne ist also nicht die Sorte, die morgens um sieben schon mit Yogamatte und Smoothie bereitsteht. Sie braucht Zeit. Und vermutlich würde sie Termine erst ab 11 Uhr annehmen. Schon nur deshalb ist sie mir mega sympatisch. Denn als bekennende Langschläferin verstehe ich ihren Rhythmus sehr gut.

Was isst man dazu?

Bei Amigne kommt es ziemlich darauf an, wie viele Bienen auf dem Etikett hinten sitzen. Ein trockener Amigne passt gut zu Fisch, Schalentieren oder gebratenem Geflügel. Amigne mit etwas mehr Restsüsse kann wunderbar zu kräftigem Käse, Terrinen, Pasteten, würzigen Gerichten oder auch Desserts passen.

Wir meinen: Wenn zwei Bienen auf der Flasche sind, darf ruhig etwas Mutigeres dazu auf den Teller. Nicht nur ein einsames Apéro-Häppchen mit drei Mandeln und einer Olive, die schon bessere Tage gesehen hat. Denk an Käse, Pastete, asiatisch angehauchte Würze oder etwas mit Frucht. Amigne kann das top als Begleitung.

Warum man Amigne kennen sollte

Weil sie nicht beliebig ist. Weil sie nicht auf jeder zweiten Weinkarte steht. Weil sie typisch Schweiz ist, aber nicht im Alphorn-Klischee-Sinn. Amigne ist eigenständig, manchmal ein bisschen eigenwillig, aber genau das macht sie spannend.

In einer Welt, in der viele Weissweine brav nach «frisch, fruchtig, unkompliziert» schmecken, ist eine Amigne de Vétroz wie eine Frau, die an der Party nicht Smalltalk über das Wetter macht, sondern plötzlich fragt: «Und, was war eigentlich der mutigste Entscheid in deinem Leben?»

Da schaut man erst mal ins Glas. Und nimmt dann noch einen Schluck.

Der Weinweib Tipp

Bei Amigne de Vétroz lohnt sich der Blick auf die Bienen. Nicht, weil man Angst vor ihnen haben muss. Sondern weil sie verraten, ob ein trockener Walliser Charakterkopf, eine halbtrockene Charmeoffensive oder ein süsses Dessertwölkchen im Glas wartet.

Und am Freitag schauen wir dann, was unsere Flasche kann. Ob sie summt, tanzt, sticht oder einfach nur sehr elegant auf dem Tisch steht und so tut, als wäre sie schon immer die Königin des Abends gewesen.

Santé, du fleissiges Bienchen.

P.S. Das Headerbild ist nur ein Symbolbild. Die Traubensorte ist zwar von der Farbe her ähnlich, die Amigne‑Trauben sind in der Realität lockerer aufgebaut und die Beeren etwas kleiner, dafür mit umso mehr inneren Werten.

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