Wer denkt, dem kommt was in den Sinn. Mir kam in den Sinn: Es wird Zeit, über Rosé zu sprechen. Dieser oft unterschätzte Wein bekommt hier endlich die Bühne, die ihm zusteht. Vielseitig, funkelnd und alles andere als „nur ein Sommerwein“.
Rosé, wer bist du eigentlich?
Rosé ist kein Mix aus Rot- und Weisswein, sondern ein eigenständiger Stil mit einer ziemlich schwungvollen Persönlichkeit. Er wird aus roten Trauben gemacht (gekeltert), deren Schalen (Maische) nur sehr kurz mit dem Most – also dem Traubensaft – in Kontakt bleiben. Genau diese kurze Mazeration zaubert die rosa Farbe und den fruchtig-frischen Charakter ins Glas.
Die Bandbreite reicht von superzartem Graurosa bis hin zu kräftigem Himbeer. Die Farbe sagt aber null darüber aus, wie süss der Wein ist: Viele Rosés sind knochentrocken, schmecken aber fruchtig und haben eine tolle, saftige Säure. Dazu kommen Unterschiede bei Rebsorten, Regionen und Ausbau – ein Walliser Oeil‑de‑Perdrix, ein Rosé aus der Provence und ein kräftiger Tavel sprechen Weintechnisch einfach unterschiedliche Dialekte.
Drei Wege ins Rosé‑Glück
Damit das Ganze etwas sortierter wird, lohnt sich ein Blick auf die Roséwein‑Macharten. Grob lassen sich drei Hauptwege unterscheiden, alle führen zu Rosé, aber in ganz verschiedene Richtungen.
1. Direktpressung – die delikateste Kunst im Rosé Universum Bei der Direktpressung werden rote Trauben wie Weisswein verarbeitet: Sie werden nach der Lese direkt gepresst, der Saft hat nur einen Hauch Schalenkontakt. Das Resultat sind sehr helle, eher hautfarbene Rosés mit feiner, oft zitrischer Aromatik. Typisch sind Provence‑Style‑Weine oder helle Schweizer Varianten, die elegant, leicht und extrem trinkig sind. Knackige Säure, dezente rote Beeren, Grapefruit, manchmal ein Hauch Kräuter – perfekt für Apéro, Balkon und alles, was nach „endlich hinsetzen und durchatmen“ ruft.
2. Kurzer Maischekontakt – der klassische Rosé, wie ihn viele kennen Beim kurzen Maischekontakt bleiben die Traubenschalen einige Stunden im Most liegen, bevor abgepresst wird. Diese zusätzliche Zeit bringt mehr Farbe, mehr Aroma und ein kleines Plus an Grip in den Wein. Die Dauer wird von den Winzern entschieden. Übrigens immer mega interessant, was sie sich da immer ausdenken. Gerade in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland ist dieser Stil sehr beliebt: mittlere Farbe, viel rote Frucht (Erdbeere, Himbeere, Kirsche), dazu eine lebendige Säure. Diese Rosés funktionieren super als Apéro, gehen aber auch zu unkomplizierter Küche: Quiche, Pasta, Antipasti, Tatar, alles was nach „Casual, aber bitte mit Geschmack“ klingt.
3. Tavel & strukturierte Rosés – ein Rosé, der mit am Tisch sitzen will Und dann gibt es die Rosés, die nicht nur hübsch aussehen wollen, sondern ganz klar am Esstisch mitdiskutieren. Klassische Vertreter findest du etwa in Tavel (Rhône) oder in manchen Regionen wie dem Burgenland oder Südfrankreich. Hier wird mit längerer Maischestandzeit, höherem Extrakt und teilweise auch mit Holzausbau gearbeitet. Die Weine sind dunkler in der Farbe, dichter im Mundgefühl, würziger und mit spürbarer Tanninstruktur. Sie erinnern ein bisschen an leichte Rotweine, behalten aber die saftige, kühle Frische eines Rosés. Genau die richtige Wahl für Grilladen, Lamm, mediterrane Küche oder kräftigere Mezze; also dann, wenn der „Balkonrosé“ aromatisch einfach zu leicht wäre.
Ein paar coole Food‑Matches
Ein paar Bilder für den Kopf oder direkt für deinen nächsten Einkaufszettel:
Provence‑Rosé & Apéro Knusprige Käsestangen, Oliven, Tapenade oder Hummus. Der Wein bringt die Frische, der Snack das Salzige. Zusammen wird’s Sommer im Kopf, egal welche Jahreszeit draussen herrscht.
Klassischer Rosé & Everyday‑Küche Quiche Lorraine, Tomaten‑Mozzarella, Pasta mit Gemüse oder ein Pouletsalat: Ein Rosé mit kurzem Maischekontakt ist der unkomplizierte Freund, der fast immer passt.
Kräftiger Rosé & Grill Rosés aus Regionen wie Südfrankreich (nicht Provence!) oder Spanien, mit etwas mehr Farbe und Würze lieben Grillgemüse, Lammkoteletts oder Burger. Hier zeigt Rosé, dass er deutlich mehr kann als „nur hübsch sein“.
Rosé‑Schaumwein & Date‑Night Rosé Brut zu Meeresfrüchten, Trüffelrisotto oder Erdbeeren mit Rahm. Das ist die Foodpairingversion von Kerzenlicht und Lieblingsplaylist.
Warum Rosé heute besser ist denn je
Lange war Rosé in vielen Kellern so etwas wie ein Nebenprodukt, heute ist er Statement. Winzerinnen und Winzer wählen gezielt Trauben, ernten oft etwas früher für Frische und Säure und arbeiten mit moderner Kellertechnik für klare, präzise Aromen.
Terroir, Rebsorte und Stil werden viel bewusster ins Spiel gebracht: Vom zarten, hautfarbenen Ton aus der Provence über elegante Rosés aus der Schweiz bis hin zu farbintensiven Struktur‑Rosés aus Südfrankreich, gibt es gefühlt über 100 Nuancen und genauso viele Charaktere im Glas.
Rosé ist nicht mehr „Resteverwertung“, sondern eine ernstzunehmende Kategorie, in die sich Genussmenschen genauso verlieben können, wie in Weiss‑ oder Rotwein. Und bei uns ist Rosé sowieso jederzeit willkommen, egal, ob auf der Terrasse, zum BBQ oder einfach ein Glas „Ich‑Zeit“ zwischendurch.
Regionen mit der meisten Roséproduktion
Damit du weisst, woher dein Rosé kommen kann, hier ein bizzi mehr Information. Global betrachtet konzentriert sich Rosé stark auf ein paar Länder, innerhalb derer wiederum gewisse Regionen richtige Rosé‑Hochburgen sind.
Frankreich – Nr. 1 weltweit Frankreich produziert rund 805 Millionen Liter Roséwein pro Jahr und liegt damit deutlich an der Spitze, grob ein Drittel der weltweiten Roséproduktion. Languedoc: Liefert mengenmässig den grössten Teil des französischen Rosés; in Teilen der Region sind rund 30% der Produktion Rosé. Provence (v.a. Côtes de Provence): Das Synonym für Rosé, über 90% der dortigen Produktion sind Rosé; Côtes de Provence gilt als eine der wichtigsten Rosé‑Appellationen überhaupt. Weitere wichtige Rosé‑Gebiete: Südliche Rhône (inkl. Tavel), Roussillon, Südwestfrankreich, Loire, Teile Burgunds.
Spanien – Nr. 2 Spanien liegt mit etwa 460 Millionen Litern Rosé jährlich auf Platz zwei; Rosado kommt aus vielen Regionen, u.a. Navarra, Rioja und La Mancha.
USA – Nr. 3 Die USA produzieren rund 230 Millionen Liter Rosé pro Jahr, ein grosser Teil davon für den heimischen Markt (z.B. White Zinfandel in Kalifornien).
Weitere Länder mit relevanter Roséproduktion Italien, Südafrika, Deutschland, Chile und zunehmend auch andere Länder liefern ebenfalls signifikante Rosémengen, wenn auch mit deutlich kleinerem Anteil als Frankreich und Spanien.
Rosé‑Mythen Klischees
Wenn du bis hierher gelesen hast, mein Tipp: Beim nächsten Griff ins Regal musst du nicht mehr zwischen rot oder weiss wählen, du kannst dich ganz bewusst für die rosa Zwischenwelt im Glas entscheiden. Freu dich bereits auf die nächste Freitagsflasche, so viel wird verraten: Es wird ein Rosé sein.
Hier noch ein klitzekleiner Song, passend zum Blogpost:
Gibt es überhaupt Weinfilme, die sich lohnen? Aber ja doch. Es sind sogar so viele, dass man den Überblick leicht verliert. Darum habe ich dir hier eine kleine, sehr subjektive Auswahl zusammengestellt. Perfekt für freie Abende, verregnete Wochenenden oder einfach, wenn du Lust auf ein gutes Glas Wein und einen passenden Film dazu hast.
Einige davon sind echte Perlen, unterhaltsam, informativ und alles andere als trocken. Voilà, hier meine Tipps für dich:
SOMM – In die Flasche
Das ist für mich bis heute einer der besten Filme, die je über Wein gemacht wurden. „SOMM – In die Flasche“ schaut hinter die Kulissen der Weinwelt: Winzerinnen und Winzer, Sommeliers, Sammler – alle kommen zu Wort, und niemand nimmt sich dabei zu ernst.
Du begegnest ziemlich coolen Sommeliers und Weinfreaks, die auch gut über sich selbst lachen können. Gleichzeitig lernst du viel über Stilistik, Regionen und Traditionen. Endlich habe ich dank dieses Films zum Beispiel den Sinn hinter Barolo verstanden.
Insgesamt ein sehr sehenswerter Film, der seine Zeit braucht. Also: Glas einschenken, bequem machen und eintauchen in die Welt des Weins.
Ein Jahr in der Champagne
Für alle Liebhaber der perlenden Lebenslust: Das ist euer Film. „Ein Jahr in der Champagne“ begleitet Produzenten durch ein ganzes Jahr und zeigt, wie viel Handwerk, Geduld und Risiko in jeder Flasche steckt.
Der Film hat mir ein neues Bild von Champagner gegeben, weg vom reinen Luxusklischee, hin zu Boden, Klima, Arbeit und Geschichte. Ich habe angefangen, die Unterschiede zwischen den Häusern, Assemblagen und Stilen bewusst wahrzunehmen und Champagner richtig zu schätzen.
Ja, Champagner hat etwas sehr, sehr Erotisches. Dieser Film erklärt, warum.
Sour Grapes
„Sour Grapes“ ist der perfekte Film für alle, die Freude daran haben, wenn ein scheinbar unerschütterliches System mal ordentlich durchgeschüttelt wird.
Die Doku erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der es schafft, sich in die Welt der Weinauktionen, Sammler und „Experten“ hineinzuschummeln, mit gefälschten Weinraritäten, aber einem unglaublichen Gespür für Inszenierung.
Sensationell, wie sich selbst ernannte Weinkenner, Sammler und Auktionshäuser über den Tisch ziehen liessen. Und faszinierend, wie kreativ dieser Mann war. Für mich zeigt der Film ziemlich deutlich: Wer Wein todernst nimmt und nur in Punkte, Labels und Prestige denkt, hat vielleicht das Wesentliche an diesem fermentierten Traubensaft nicht ganz verstanden.
Drops of God
Streng genommen ist „Drops of God“ keine Doku, sondern eine Serie, aber eine, die in jeden Wein-Content-Kanon gehört.
Die Geschichte: Ein legendärer Weinkritiker stirbt und hinterlässt eine gewaltige Weinsammlung. Seine entfremdete Tochter Camille soll sie erben, muss sich das Erbe aber in einer Reihe sensorischer Weinprüfungen verdienen. Ihr Gegner: ein brillanter japanischer Önologe, der Lieblingsschüler des Vaters.
Es ist ein Duell der Sinne zwischen Paris, Tokio und berühmten Weinregionen, in dem es nicht nur um grosse Flaschen geht, sondern auch um Familie, Identität und die Frage, wem dieses Erbe moralisch überhaupt zusteht.
Was ich an „Drops of God“ richtig cool finde: Wenn Camille degustiert, erscheinen die Aromen für sie bildlich. Weine werden zu inneren Bildern, Landschaften, Erinnerungen, Aromen. Genau das passiert bei mir auch: Wein ist für mich nie nur Geschmack, sondern immer ein ganzes inneres „Kino“ aus Farben, Stimmungen, Früchten, Blüten etc.
An einer Stelle sagt Camille sinngemäss, dass jeder Wein seine eigene Musik, seine eigene Frequenz hat. Dieser Gedanke hat mich nicht mehr losgelassen. Daraus ist mein Blogpost und Podcast „Wenn Wein Musik macht…“ entstanden – die Idee, dass jeder Wein wie ein eigenes Stück Musik ist: manche leise und introvertiert, andere laut, wild und voller Improvisation, wieder andere klar strukturiert wie eine Sonate.
„Drops of God“ ist für mich darum mehr als eine Serie über Wein. Sie erzählt davon, wie Wein in uns Geschichten, Bilder und eben auch Klänge auslöst und wie sehr Wein mit Erinnerung, Emotion und Identität verknüpft ist.
Popcorn, Chardonnay & Weinmomente
In „SOMM“ werden Sommeliers gefragt, welchen Wein sie zu bestimmten Gerichten servieren würden. Zu Popcorn kam die Idee, einen im Barrique ausgebauten Chardonnay zu trinken – weil das Buttrige und Weiche eines solchen Weins wunderbar mit dem salzigen Popcorn harmoniert.
Wie du dir vorstellen kannst, habe ich das getestet, obwohl Chardonnay nicht zu den Weinen gehört, für die ich sonst irgendwohin rennen würde. Fazit: Die Kombi ist tatsächlich richtig gut.
Such dir also einen dieser Filme (oder eine Folge von „Drops of God“) aus, schnapp dir ein Glas Wein, mach es dir gemütlich – und lass zu, dass Wein bei dir vielleicht auch Bilder, Geschichten oder sogar Musik auslöst.
Möchtest du den Text als halben Song (mit Jazz vibes) hören? Ich hab das mit Suno (KI) kreiert. Für dich. Und weil es mir Spass macht, mit all den neuen Techniken zu arbeiten.
Schaumberge, Schaumwein & ein bisschen Selbstliebe
Es gibt Menschen, die gehen ins Spa. Und es gibt uns: Wir füllen die Badewanne, stellen Kerzen auf und kümmern uns zuerst um die einzig wirklich wichtige Frage des Abends: Was kommt denn ins Glas?
Mein früherer Weinshop ist Geschichte, die Badewannenliebe aber ganz bestimmt nicht. Die gute Nachricht: Deine Weine für die Badwanne findest du heute ganz entspannt im Detail- und Fachhandel.
Also: Wein holen, Wasser aufdrehen, Alltag auf «stumm».
Warum es einen eigenen Badewannenwein braucht
Weine für die Badwanne sind keine «anderen» Weine, aber sie müssen ein paar Dinge besser können als der Durchschnitt:
Sie sollen trinkig sein (hoher «noch-ein-Schluck»-Faktor, keine Denkarbeit nötig).
Sie vertragen ein bisschen Temperatur (Badewasser und Kerzen machen’s nicht kühler).
Sie dürfen gerne duften – du liegst ja sowieso schon im Aromanebel aus Schaum, Kerzen und Pflegeprodukten.
Sie müssen nicht perfekt sein, aber sie sollen zu genau diesem Moment passen.
Manchmal bedeutet das: knackig-frisch und perlend. Manchmal: cremig-weiss. Manchmal: ernsthaft-rot mit «Ich bleibe noch etwas sitzen»-Charakter.
Team Blubber: Prosecco & aromatische Schaumweine
Fangen wir mit der Wahrheit an: Nichts sagt so deutlich «Ich nehme mich heute wichtig» wie ein Glas Schaumwein in der Badewanne.
Prosecco die sprudelnde Allzweckwaffe
Prosecco ist der unkomplizierte Freund, der immer gut drauf ist und keine Ansprüche stellt. Typisch für ihn, Aromen von grünen Äpfeln, Birne, Zitrus, manchmal etwas Blüten, dazu eine feine, aber deutliche Perlage. Der Alkohol ist meist moderat, die Säure frisch und genau das macht ihn so «badewannentauglich»: Er erfrischt, ohne zu erschlagen.
Im Handel findest du:
Trockene (Brut, Extra Dry) Varianten – ideal, wenn du es spritzig und eher trocken magst.
Etwas fruchtigere Versionen – die sich an alle richten, die beim ersten Schluck schon «Sommer!» rufen.
Ein Tipp aus der Praxis:
Flasche nicht eiskalt, sondern bei 7 Grad gekühlt servieren. Zu kalter Schaumwein schmeckt nach nichts, zu warmer Schaumwein schmeckt müde. Beides hat weder du noch deine Wanne verdient.
Aromatische Schäumchen, Moscato & Co.
Du magst es verspielt und duftig? Dann bist du im Team «Aromatische Schaumweine».
Stilistisch reden wir von: Moscato-/Muscat-Typen mit Duft nach Pfirsich, Blüten, Muskat und Honig. Teilweise leicht süss, mit niedrigerem Alkoholgehalt, perfekt, wenn du es gemütlich willst oder keine Lust auf «die volle Ladung» hast.
Diese Weine sind super für:
Späte Badewannen-Sessions mit Hörbuch oder Podcast.
«Selfcare-Abende», an denen du dir ganz offiziell erlaubst, nichts Produktives zu tun.
Foodpairing in der Wanne (ja, das gibt es):
Frisches Obst, Nüsse, ein Stück dunkle Schokolade, oder einfach nur ein paar Güezi. Denn Badewanne ist kein Fine Dining, Badewanne ist Komfortzone pur.
Weiss in der Wanne: Chardonnay & aromatische Weisse
Weisswein in der Wanne ist ein bisschen wie deine Lieblings-Serienfolge: Du kennst das Gefühl, aber es wird einfach nie langweilig.
Chardonnay, die flüssige Kuscheldecke
Chardonnay kann vieles, aber als Badewannenwein mag ich ihn vor allem in seiner «Komfortzone»:
Mittelgewichtig bis cremig.
Sanfte Säure, feiner Schmelz.
Aromen von reifen Äpfeln, Birnen, manchmal etwas Vanille, Nuss oder Butter (wenn Holz im Spiel ist).
Solche Chardonnays findest du im Detailhandel aus:
Der Schweiz (z.B. aus der Romandie oder der Ostschweiz).
Frankreich (Burgund-ähnliche Stile, aber in alltagstauglicher Form).
Italien oder Übersee (oft etwas fruchtbetonter bis sehr butterig).
Achte bei der Wahl auf Begriffe wie «barrique», «oak» oder «Holz» in den Beschreibungen, wenn du es cremiger und vollmundiger magst. Wenn dir das zu viel ist, greif zu «frisch, fruchtig, elegant» das ist die leichter zu trinkende Variante, die in der Wanne nicht müde macht.
Muscat & Gewürztraminer, wenn’s duften darf
Du willst Badewannen-Weihrauch im Glas?
Dann sind Muscat/Moscato und Gewürztraminer deine Kandidaten:
Muscat bringt florale Noten, Zitrus, Trauben und Exotik.
Gewürztraminer duftet nach Rosen, Litschi und Gewürz – eher gehaltvoll, oft mit wenig Säure.
Das sind Weine bei denen du die Nase ins Glas tauchst und automatisch langsamer wirst. Perfekt, wenn du eigentlich nur «schnell baden» wolltest und plötzlich feststellst, dass du seit 40 Minuten die Etikette studierst.
Rosé, die Playlist unter den Weinen
Rosé ist der Allrounder: funktioniert im Sommer auf dem Balkon, im Winter in der Badewanne und im Frühling überall.
Typische Rosé-Stilistiken aus dem Handel:
Helle, lachsfarbene Rosé mit Noten von Erdbeere, Himbeere, Grapefruit, manchmal Kräutern.
Trocken bis halbtrocken, mit frischer Säure und relativ niedrigem Alkoholgehalt (je nach Region).
Rosé ist ideal für:
Alle, die sich nicht zwischen weiss und rot entscheiden können.
Badewannen, in denen noch gegessen, gelesen, geschaut, gechattet oder philosophiert wird.
Achte auf Herkunftsländer wie:
Italien (Veneto, Abruzzen, Apulien).
Frankreich (Provence-Stil).
Spanien (leichte, frische Rosados).
Kleiner Trick:
Wenn du nicht sicher bist, ob dein Rosé in die Wanne passt, frag dich: «Würde ich damit auch auf der Terrasse sitzen?» Wenn ja, dann passt er meistens auch zu Schaumbergen.
Rot bei Schaumberg: Barbera & Co.
Rotwein in der Badewanne ist nicht nur für Romantik-Kitsch-Filme. Es funktioniert wenn du die richtigen Stile wählst.
Barbera – der Badewannen-Kumpel
Barbera aus dem Piemont ist prädestiniert für solche Momente:
Saftige Kirsche, rote Beeren, manchmal Pflaume.
Lebendige Säure, eher weiche Tannine.
Mittlerer Körper, hoher Trinkfluss.
Das heisst: Er ist spannend genug, dass du nicht gelangweilt bist, aber unkompliziert genug, um nicht zum «Studienobjekt» zu werden. Genau das willst du, wenn du halb im Schaum versinkst.
Andere Rotwein-Ideen
Auch spannend als Badewannen-Rote taugen:
Sangiovese (Toskana-Stil, z.B. Chianti-Typen mit Kirsche, Kräutern, mittlerem Körper).
Weiche Cuvées aus Merlot, Cabernet & Co., die auf Frucht und Schmelz statt auf Tannin-Bombast setzen.
Woran du badewannentaugliche Rotweine erkennst:
Alkohol nicht zu hoch (so um die 12.5 – 13.5 %).
Säure vorhanden, aber nicht beissend.
Tannine eher weich als brutal.
Und bitte: nicht zu warm servieren. Nur weil die Badewanne heiss ist, muss es dein Rotwein nicht auch sein, 15 – 18 Grad reichen völlig.
Kleine Luxusecke: «Spa at home» im Glas
Es gibt Abende, an denen man weiss: Heute brauche ich mehr als nur Wasser, Schaum und «irgendeinen» Wein. Das sind die Momente für deine kleine Luxusecke.
Was meine ich mit Luxusweine für die Badewanne?
Höherwertige Schaumweine, z.B. ein Prosecco Superiore aus guten Lagen, mit feinerer Perlage, mehr Tiefe und längerer Aromatik.
Champagner
Barrique-ausgebaute Rotweine mit Struktur, dunkler Frucht, Würze und sanft eingebundenem Holz.
Charaktervolle Chardonnays mit komplexer Nase und cremiger Textur.
Der Ablauf sieht dann etwa so aus:
Wasser einlassen.
Flasche öffnen.
Einen ersten Schluck nehmen, bevor du in die Wanne steigst.
In der Badewanne nur nachschenken – die Entscheidungen sind jetzt bereits gefällt.
Badewannenweine 101 praktische Tipps
Damit der Badewannenabend wirklich gelingt, hier noch ein bisschen Nerd-Wissen in a Nutshell:
Temperatur:
Schaumwein/Weiss/Rosé leicht kühler starten, als du es normalerweise tun würdest – das Bad wärmt nach.
Rotwein eher bei moderater Trinktemperatur einschenken, nicht bei Zimmertemperatur einer Altbauwohnung im Winter.
Glaswahl:
Kein dünnwandiges Spiegelau-Extrem, wenn du zur Ungeschicklichkeit neigst.
Ein solides Weinglas von Riedel reicht völlig.
Sicherheit:
Glas immer auf eine stabile Ablage, nicht auf den Wannenrand ganz am äussersten Ende des Schicksals.
Handy vielleicht eher im Flugmodus, für Ruhe und me-time.
Menge:
Besser ein grosses Glas bewusst geniessen als die ganze Flasche «aus Versehen» nebenbei leeren.
Du willst entspannt aus der Wanne steigen, nicht auf wackligen Beinen.
So, und jetzt:
Bad einfüllen, Lieblingsplaylist an, Wein einschenken und dir selbst offiziell erlauben, eine Stunde lang nichts zu leisten ausser zu atmen, zu geniessen und zwischendurch zu denken: «Das hier ist gerade ziemlich nah an Perfekt.»
Durch den Umzug hat es ein wenig länger gedauert, als ursprünglich geplant – das Schreiben dieses Blogposts.
Am 23. Oktober 2025, nur einen Abend vor dem grossen Umzug, gab es für mich noch einen ganz besonderen Leckerbissen: Ich wurde zum „Cheers & Cheese to EU“-Dinner-Event in Bern eingeladen – und zwar von Gambero Rosso. Da leuchtete mein Herz gleich ein bisschen heller, muss ich sagen. Natürlich konnte ich es nicht lassen, den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern von Gambero Rosso zu erzählen, dass ich einst bei ihrer Kochshow Questo l’ho fatto io dabei war. Leider, so sagten sie mir, existiert diese Sendung inzwischen nicht mehr.
Die Vertreter von Prosecco DOC und Grana PadanoDOP freuten sich sehr, dass ich Italienisch sprach – und so durfte ich den halben Abend lang meinen italienischen Teil aufleben lassen. Zuerst mit einem feinen Glas Prosecco und einem Apéro, das aus zwei unterschiedlich gereiften Grana Padano bestand (mehr dazu unten im Blog). Schon das allein war einfach köstlich.
Vertreter von Prosecco DOC und Grana Padano DOP
Es waren viele geladene Gäste da – und mega witzig fand ich, dass ich nicht nur als Bloggerin sondern auch Influencerin auf der Gästeliste stand. Eines der Highlights des Abends war für mich, vis-à-vis einer unglaublich spannenden Frau zu sitzen, die mit jedem Gespräch noch faszinierender wurde. Unsere Themen reichten von Grana Padano und Prosecco über Politik (da ist sie zuhause) bis hin zu ganz tiefen Lebensfragen. Besser hätte es gar nicht kommen können. Ich weiss, sie liest hier mit – darum ein grosses Dankeschön für den vergnüglichen Abend und die inspirierenden Gespräche!
Der Anlass war ein kleines Abrakadabra aus italienischem Flair, verführerischem Grana Padano und perlendem Prosecco – die perfekte Einstimmung auf einen neuen Lebensabschnitt.
Prosecco & Grana Padano – Eine prickelnde und würzige Liaison
Zwei italienische Klassiker, die nicht nur geschmacklich, sondern auch kulturell zusammengehören – wie Pizza und Amore, oder so. Und heute breche ich eine Lanze für beide. Denn viele sprechen nur von Parmigiano und noch mehr Menschen erzählen mir, Prosecco sei billig und sie würden lieber Champagner trinken. Nicht wegen des Geschmacks, sondern wegen des Preises.
Der Prosecco – funkelndes Sinnbild venezianischer Lebensfreude – wird aus der Rebsorte Glera gekeltert, vorwiegend in Venetien und Friaul. Sein Charakter ist leichtfüssig, aromatisch und stets von einer feinen, eleganten Perlage begleitet. Mal duftet er nach grünem Apfel, mal nach weissen Blüten, manchmal nach Birne oder Zitrone – aber immer nach Sommer im Glas.
Grana Padano hingegen ist der bodenständige, würzige Konterpart – mit einer Geschichte, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. In den Klöstern der Po-Ebene erfunden, galt er früh als Wunderwerk der Haltbarkeit. Sein Reiz liegt im Detail: Von der goldenen, harten Rinde bis zum letzten Brösmeli ist alles essbar und aromatisch. Die Rinde selbst, oft unterschätzt, eignet sich sogar hervorragend zum Mitkochen – in Suppen, Saucen oder Risotti zaubert sie eine tiefe, umami-reiche Note.
Wenn sich Frische und Würze begegnen
Was passiert also, wenn perlender Prosecco auf nussig-reifen Grana Padano trifft? Pure Harmonie. Die feine Säure und Spritzigkeit des Prosecco schneidet elegant durch die buttrig-salzigen Noten des Käses und hebt sie fast tanzend hervor. Besonders schön wird das Spiel, wenn du den Käse in kleine Stücke brichst, die langsam im Mund schmelzen – während das Prickeln des Prosecco alles wachküsst.
Je nach Reifegrad verändert sich der Charakter dieser Liaison:
Ein junger Grana Padano (9–16 Monate) passt wunderbar zu einem fruchtig-leichten Prosecco DOC.
Ein gereifter Grana Padano Riserva (über 20 Monate) verlangt nach mehr Tiefe – ideal mit einem Prosecco Superiore aus Valdobbiadene oder Asolo, wo die Hügel etwas mehr Körper in den Wein bringen.
Genuss mit Haltung
Sowohl Prosecco als auch Grana Padano tragen geschützte Herkunftsbezeichnungen (DOC bzw. DOP) – jeder Schluck und jeder Bissen steht für authentischen Geschmack einer ganz bestimmten Region Italiens. Beide Produkte stehen zudem für nachhaltige Herstellung, traditionelle Handwerkskunst und ein schönes Stück Alltagskultur.
Genau das macht sie zu idealen Botschaftern für Abende wie „Cheers & Cheese to EU“ – wo Essen weit mehr ist als nur Nahrung. Es ist Emotion, Erinnerung und Begegnung.
Der Event fand übrigens im total gemütlichen RistoranteDa Carlo in Bern statt. Die Küchencrew zauberte ein feines Menü, das komplett mit demselben Prosecco begleitet wurde – mit dem Ziel zu zeigen, dass Prosecco tatsächlich den ganzen Abend über ein guter Begleiter sein kann. Und das passte hervorragend: vom geschmolzenen Grana Padano über Trüffel aus dem Piemont, Steinpilze, Cranberries und Grünzeug, bis hin zum Kürbisrisotto, bei dem der Prosecco wunderbar die Zunge vom cremigen Fett befreite. Sogar zum Hirschfilet an Cranberrysauce und einer Grana-Padano-Reduktion harmonierte er perfekt.
Nur zum Abschluss mit dem Tiramisù war dann doch der Espresso der würdigere Begleiter. Bis dahin war ich schon so voll, dass ich es schlicht nicht fertig mampfen konnte. Exgüsee in die Küche!
Ein Geschenk für die Sinne
Insgesamt ein grossartiger Abend voller Eindrücke – und das Geschenk der beiden Protagonisten setzte dem Ganzen das Perlhäubchen auf: Eine Stofftasche mit einer Flasche Prosecco und einem grossen Stück Grana Padano. Beides wurde beim Umzug mit Bedacht transportiert und wartet nun darauf, genossen zu werden.
Im letzten Blogpost habe ich dich ja bereits neugierig gemacht – mit den 100 Flaschen von Il Grappolo. Ich bin hingefahren, hab einen Parkplatz gesucht, bin rumgekurvt, habe gewartet ob einer frei wird. Nix. Mitten im Regen. Da die einzigen freien Parkplätze leider zu den umliegenden Einfamilienhäusern gehörten, beschloss ich schliesslich, wieder nach Hause zu fahren. Statt vieler Weine und Fachsimpelei mit Claudia, öffnete ich daheim eine Flasche Rotwein – und startete das Apéro mit meiner Hunde-hütenden Schwester.
Am 9. September 2025 rief Zürich – oder besser gesagt: Weine aus Portugal riefen Serge und mich dorthin. Wir durften an einer richtig coolen Weindegustation teilnehmen. Ok, ich geb’s ja zu: jede Degustation ist cool. Aber diese war dann doch besonders. Es ging um Portugals unglaubliche 250 Rebsorten (!), präsentiert von 26 Weinproduzenten, die aus allen Ecken des Landes angereist waren.
Viele Winzer waren persönlich vor Ort, manche liessen sich von einem Teammitglied vertreten. Der Event fand im wunderschönen Zunfthaus zur Meisen statt, allein schon der Saal im ersten Stock versetzte Serge und mich fast ein wenig ins Schwärmen. Der zweite Grund für unser Strahlen war natürlich die riesige Weinauswahl, die wir unmöglich in zwei Stunden hätten schaffen können.
Ein Fest der Vielfalt: Portugals Rebsorten und Regionen
Portugal ist weltweit bekannt für seine einzigartige Vielfalt an autochthonen Rebsorten – tatsächlich sind es über 250, von denen viele nirgendwo sonst angebaut werden. Diese Vielfalt ist eine Schatzkammer für Weinliebhaber, die Lust haben neue und unverwechselbare Weine zu entdecken.
Die wichtigsten Weinregionen im Land reichen vom nördlichen Vinho Verde, bekannt für seine knackigen und erfrischenden Weine, über das legendäre Douro-Tal, Heimat des Portweins und vielfältiger Tafelweine, bis hin zu sonnenverwöhnten Regionen wie Alentejo und der Algarve im Süden. Jede Region bringt ihren eigenen Charakter hervor, geprägt von den klimatischen Bedingungen, den Böden und der jahrhundertealten Weinbautradition.
Am Event wurde diese Vielfalt bestens präsentiert – von den frischen Weissweinen bis zu den kraftvollen Rotweinen.
Begegnungen und Geschichten: Die Winzer im Mittelpunkt
Viele der Weinproduzenten waren persönlich anwesend, was die Degustation zu einem besonders authentischen Erlebnis machte. Ihre Leidenschaft spürt man nicht nur im Glas, sondern auch in ihren Geschichten – über Herausforderungen, Träume und Zukunftspläne.
Neben spannenden neuen Rebsorten und Weinen gab es auch wunderbare Begegnungen: Ich traf Alicia Mettler von Mettler Vaterlaus und freute mich sehr über das Wiedersehen mit Martin Spors von Baur au Lac Vins, mit dem ich bereits eine Weinreise ins spanische Garnachaland erleben durfte. Wir haben viel gelacht, Fachsimpeln betrieben und uns gegenseitig Tipps für spannende portugiesische Produzenten gegeben.
Viele der vorgestellten Weine findest du übrigens in der Schweiz bei Ullrich. Von Esporão und Quinta do Crasto haben wir etliche degustiert und ich lade dich ein, dir die eine oder andere Flasche zu Gemüte zu führen.
Manche Produzenten suchen noch nach Importeuren, andere präsentierten einfach mit viel Herzblut ihre Weine. So gut, dass eine Reise nach Portugal, um die Weingüter direkt zu besuchen, nun definitiv weit oben auf unserer Wunschliste steht.
Fado und Wein: Portugals Seele und seine Verführung
Ein ganz besonderes Element, das für mich den Zauber Portugals ausmacht, ist der Fado – die Musik voller Melancholie, Leidenschaft und Sehnsucht. Fado und Wein gehören untrennbar zusammen und erzählen Geschichten von Heimat und Leben. Diese emotionale Verbindung spürt man auch in den Weinen, die mit Charakter und Tiefe begeistern.
Wie du weisst, versuche ich immer, meine Eindrücke von solchen Events in Videos festzuhalten. Dieses Mal ist das Video bunt gemischt – und ja, mein Gesicht siehst du auch wieder mal vor der Kamera. Nach unserem Umzug nach Avenches plane ich ein neues Format, in dem ich öfter mal vor statt hinter der Linse stehe.
Und endlich endlich habe ich mein perfektes Mikrophon gefunden. Damit die Aufnahmen auch so sind wie ich mir das vorstelle.
Und nun: viel Spass mit meinen Eindrücken von „Wines of Portugal“ Zürich!
Fado – Portugals Seele – und seine Weine sind eine Kombination, die verführen. Lass dich begeistern und entdecke deinen neuen Lieblingswein!
Dieser kurze Text entstand Gestern während des Sommer-Workshop „Kreatives Schreiben“. Wir bekamen die Aufgabe, aus der Sicht eines Gegenstandes zu schreiben. Ich habe mich für ein Weinglas, das den ganzen Tag für Degustationen eingesetzt ist, entschieden. Dafür hatten wir 10 Minuten Zeit. Ich bedanke mich hier bei den Kursteilnehmern, dass sie mich ermutigt haben ihn hier zu veröffentlichen.
Mein Gott Claudia! Ich kann nicht mehr. Der Morgen hat ja noch gut begonnen, ich war frisch, glänzend, fleckenlos – was ich ja sehr liebe – und mein erster Gast war eine seeehr teuer angezogene Dame. Ich fand schnell heraus, dass sie lediglich am Wein nippt und dass sie mich nur am Stiel hielt, gefiel mir gut. Immerhin keine blöden, fettigen Fingerabdrücke auf meinem schönen Bauch. Ah und sie hatte da so einen Trick drauf! Statt mich mit ihrem Lippenstift vollzusauen hat sie immer kurz die Zunge über den Glasrand gezogen. Ok, war jetzt auch nicht so prickelnd aber wie gesagt, dafür keine farbigen Spuren an mir. Den Inhalt schüttete sie meistens weg und war mehr besorgt wohin sie ihre teure Hermès Tasche stellte. Wenn das so weiter gegangen wäre, hätte mir das gefallen. Aber jetzt Claudia, jetzt ging es so richtig zur Sache. Es wurde laut, hektisch, ich wurde rumgeschubst und dann bekam ich ein Hitzeflash und bis ich wieder abgekühlt war. Das dauerte ja auch lange in dieser Waschmaschine. Du weisst ja wie das ist. Naja! Berufsrisiko würde ich meinen.
Der ältere Herr, dem ich dann anvertraut wurde, war dann alles andere als angenehm. Er stiess mich fast um, meinen Stiel ignorierte er und hat mich dafür pausenlos am Bauch gehalten. Ich habe danach ausgesehen, als hätte man mich mit Frittieröl eingerieben. Ecklig!! Für meinen Inhalt hatte er auch so rein gar nix übrig. Bei jedem feinen Tropfen lamentierte er, dass sei ein typischer Frauenwein, oder so ein Gesöff habe er schon lange nicht mehr zugemutet bekommen und dennoch schüttete er sich bis auf den allerletzten Tropfen, jeden Wein hinter die Binde. Durch mein trübes Auge konnte ich den Winzer noch gerade so erkennen, wie er seinen Unmut herunterschluckte aber aus Anstand nichts sagte. Er fing dann nur an, mir nur noch paar Tropfen Wein zu geben, damit der Herr nicht mehr so viel trinken konnte. Gut gemacht!
Die Wäscherei danach kam mir dann – trotz der Hitze – gelegen. Ich wurde das ganze Fett los und der Herr war somit auch Geschichte. Danach bekam ich noch einen jungen Mann zugeteilt und der war sooo süss! Er hatte keine Ahnung von Wein degustieren, ich habe ihm immer mal wieder zugeblinzelt, mit meinem perlenden Lachen versucht sein Interesse zu wecken. Aber er stellte mich mehr auf den Tresen und quatschte mit seiner ausgesprochen hübschen Begleitung. Ganz ehrlich wurde es mir dann ein wenig langweilig und ich habe versucht, mich an ihn zu schmeissen. Was mir auch gut gelungen ist! Sein Hemd war danach so rot, wie ich in der Waschmaschine.
Der Winzer hat dem zum Glück ein Ende gesetzt und mich ins Regal gestellt. Direkt neben dich Claudia. Nun denn, dein Tag war ja auch speziell mit deiner Weiberrunde. Erzähl mir davon!
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