Cheers & Cheese to EU in Bern – Ein kulinarisches Fest zum Abschied

von | 17. Nov. 2025 | Weinwissen, Italien

Durch den Umzug hat es ein wenig länger gedauert, als ursprünglich geplant – das Schreiben dieses Blogposts.

Am 23. Oktober 2025, nur einen Abend vor dem grossen Umzug, gab es für mich noch einen ganz besonderen Leckerbissen: Ich wurde zum „Cheers & Cheese to EU“-Dinner-Event in Bern eingeladen – und zwar von Gambero Rosso. Da leuchtete mein Herz gleich ein bisschen heller, muss ich sagen. Natürlich konnte ich es nicht lassen, den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern von Gambero Rosso zu erzählen, dass ich einst bei ihrer Kochshow Questo l’ho fatto io dabei war. Leider, so sagten sie mir, existiert diese Sendung inzwischen nicht mehr.

Die Vertreter von Prosecco DOC und Grana Padano DOP freuten sich sehr, dass ich Italienisch sprach – und so durfte ich den halben Abend lang meinen italienischen Teil aufleben lassen. Zuerst mit einem feinen Glas Prosecco und einem Apéro, das aus zwei unterschiedlich gereiften Grana Padano bestand (mehr dazu unten im Blog). Schon das allein war einfach köstlich.

Vertreter von Prosecco DOC und Grana Padano DOP

Es waren viele geladene Gäste da – und mega witzig fand ich, dass ich nicht nur als Bloggerin sondern auch Influencerin auf der Gästeliste stand. Eines der Highlights des Abends war für mich, vis-à-vis einer unglaublich spannenden Frau zu sitzen, die mit jedem Gespräch noch faszinierender wurde. Unsere Themen reichten von Grana Padano und Prosecco über Politik (da ist sie zuhause) bis hin zu ganz tiefen Lebensfragen. Besser hätte es gar nicht kommen können. Ich weiss, sie liest hier mit – darum ein grosses Dankeschön für den vergnüglichen Abend und die inspirierenden Gespräche!

Der Anlass war ein kleines Abrakadabra aus italienischem Flair, verführerischem Grana Padano und perlendem Prosecco – die perfekte Einstimmung auf einen neuen Lebensabschnitt.

Prosecco & Grana Padano – Eine prickelnde und würzige Liaison

Zwei italienische Klassiker, die nicht nur geschmacklich, sondern auch kulturell zusammengehören – wie Pizza und Amore, oder so. Und heute breche ich eine Lanze für beide. Denn viele sprechen nur von Parmigiano und noch mehr Menschen erzählen mir, Prosecco sei billig und sie würden lieber Champagner trinken. Nicht wegen des Geschmacks, sondern wegen des Preises.

Der Prosecco – funkelndes Sinnbild venezianischer Lebensfreude – wird aus der Rebsorte Glera gekeltert, vorwiegend in Venetien und Friaul. Sein Charakter ist leichtfüssig, aromatisch und stets von einer feinen, eleganten Perlage begleitet. Mal duftet er nach grünem Apfel, mal nach weissen Blüten, manchmal nach Birne oder Zitrone – aber immer nach Sommer im Glas.

Grana Padano hingegen ist der bodenständige, würzige Konterpart – mit einer Geschichte, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. In den Klöstern der Po-Ebene erfunden, galt er früh als Wunderwerk der Haltbarkeit. Sein Reiz liegt im Detail: Von der goldenen, harten Rinde bis zum letzten Brösmeli ist alles essbar und aromatisch. Die Rinde selbst, oft unterschätzt, eignet sich sogar hervorragend zum Mitkochen – in Suppen, Saucen oder Risotti zaubert sie eine tiefe, umami-reiche Note.

Wenn sich Frische und Würze begegnen

Was passiert also, wenn perlender Prosecco auf nussig-reifen Grana Padano trifft? Pure Harmonie. Die feine Säure und Spritzigkeit des Prosecco schneidet elegant durch die buttrig-salzigen Noten des Käses und hebt sie fast tanzend hervor. Besonders schön wird das Spiel, wenn du den Käse in kleine Stücke brichst, die langsam im Mund schmelzen – während das Prickeln des Prosecco alles wachküsst.

Je nach Reifegrad verändert sich der Charakter dieser Liaison:  

  • Ein junger Grana Padano (9–16 Monate) passt wunderbar zu einem fruchtig-leichten Prosecco DOC.
  • Ein gereifter Grana Padano Riserva (über 20 Monate) verlangt nach mehr Tiefe – ideal mit einem Prosecco Superiore aus Valdobbiadene oder Asolo, wo die Hügel etwas mehr Körper in den Wein bringen.

Genuss mit Haltung

Sowohl Prosecco als auch Grana Padano tragen geschützte Herkunftsbezeichnungen (DOC bzw. DOP) – jeder Schluck und jeder Bissen steht für authentischen Geschmack einer ganz bestimmten Region Italiens. Beide Produkte stehen zudem für nachhaltige Herstellung, traditionelle Handwerkskunst und ein schönes Stück Alltagskultur.

Genau das macht sie zu idealen Botschaftern für Abende wie „Cheers & Cheese to EU“ – wo Essen weit mehr ist als nur Nahrung. Es ist Emotion, Erinnerung und Begegnung.

Der Event fand übrigens im total gemütlichen Ristorante Da Carlo in Bern statt. Die Küchencrew zauberte ein feines Menü, das komplett mit demselben Prosecco begleitet wurde – mit dem Ziel zu zeigen, dass Prosecco tatsächlich den ganzen Abend über ein guter Begleiter sein kann. Und das passte hervorragend: vom geschmolzenen Grana Padano über Trüffel aus dem Piemont, Steinpilze, Cranberries und Grünzeug, bis hin zum Kürbisrisotto, bei dem der Prosecco wunderbar die Zunge vom cremigen Fett befreite. Sogar zum Hirschfilet an Cranberrysauce und einer Grana-Padano-Reduktion harmonierte er perfekt.

Nur zum Abschluss mit dem Tiramisù war dann doch der Espresso der würdigere Begleiter. Bis dahin war ich schon so voll, dass ich es schlicht nicht fertig mampfen konnte. Exgüsee in die Küche!

Ein Geschenk für die Sinne

Insgesamt ein grossartiger Abend voller Eindrücke – und das Geschenk der beiden Protagonisten setzte dem Ganzen das Perlhäubchen auf: Eine Stofftasche mit einer Flasche Prosecco und einem grossen Stück Grana Padano. Beides wurde beim Umzug mit Bedacht transportiert und wartet nun darauf, genossen zu werden.

Im letzten Blogpost habe ich dich ja bereits neugierig gemacht – mit den 100 Flaschen von Il Grappolo. Ich bin hingefahren, hab einen Parkplatz gesucht, bin rumgekurvt, habe gewartet ob einer frei wird. Nix. Mitten im Regen. Da die einzigen freien Parkplätze leider zu den umliegenden Einfamilienhäusern gehörten, beschloss ich schliesslich, wieder nach Hause zu fahren. Statt vieler Weine und Fachsimpelei mit Claudia, öffnete ich daheim eine Flasche Rotwein – und startete das Apéro mit meiner Hunde-hütenden Schwester.

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