Aus der (neuen) Reihe: „Die Freitagsflasche“ – oder was du am Weekend trinken könntest.
Bereits 2018 durften wir Weine von Donnafugata degustieren und haben darüber geschrieben. Seitdem ist zwischen 2018 und 2026 einiges passiert – in der Weinwelt, bei Donnafugata und vermutlich auch in deinem Glas. Damit uns nicht langweilig wird, wurden wir wieder angefragt, ob wir Weine von Donnafugata degustieren und darüber schreiben möchten. Ja sicher doch!
Ein besonderer Moment war, als Gabriella Favara – Enkelin von Gründerin Gabriella Rallo und Tochter von José Rallo – vor ein paar Jahren ins familiengeführte Weinbusiness einstieg. Zuerst im Bereich Weintourismus / Wine Hospitality, heute verantwortet sie als Teil der sechsten Generation des Weinguts vor allem Marketing- und Exportaktivitäten. Sie führt dieses Erbe mit einem zeitgemässen Blick auf Wein, Kultur und Nachhaltigkeit fort und ja, man merkt das den Weinen an.
Damit du dich nicht verloren fühlst, hier die kurze Zusammenfassung, woher Donnafugata kommt und wer dahintersteckt:
Über Donnafugata
Donnafugata ist ein familiengeführtes Weingut auf Sizilien, 1983 von Giacomo und Gabriella Rallo gegründet. Heute wird das Unternehmen von den Kindern José und Antonio Rallo geleitet und steht für Pionierarbeit im Qualitätsweinbau Siziliens.
Das Weingut verfügt über 459 Hektar Rebflächen, verteilt auf vier Produktionsstätten: Contessa Entellina in Westsizilien, Vittoria (Acate) und Etna (Randazzo) in Ostsizilien sowie auf der Vulkaninsel Pantelleria. In den historischen Familienkellereien in Marsala finden Ausbau und Abfüllung statt, dort liegt auch der Firmensitz.
Die Familie Rallo arbeitet bereits in der sechsten Generation im Weinbau. Rund 29’000 Besucher:innen jährlich kommen zu Veranstaltungen, Führungen und Verkostungen und bekommen einen kreativen Einblick in Lebensgefühl, Terroir und Qualitätsanspruch von Donnafugata.
Donnafugata ist Mitglied des Istituto Grandi Marchi, einem Verbund der 18 renommiertesten familiengeführten Weingüter Italiens. Antonio Rallo ist zudem Präsident des Schutzkonsortiums DOC Sicilia.
Wenn du also noch nie einen Wein von Donnafugata im Glas hattest: Es wird höchste Zeit. Wirklich.
Wir haben zwei Weine zugesandt bekommen, von denen wir dir heute und nächsten Freitag erzählen. Und dich einladen, dir ganz bewusst zu überlegen, was du dieses Wochenende trinken möchtest. Oder nächste Woche. Oder beides.

Contesa dei Venti 2022
Vittoria DOC – 100% Nero d’Avola
13% Alkohol
Farbe: Purpur
Nase: rote Früchte, Kirschen, Lavendel, frische Zwetschge, Thymian, Zeder.
Mund: Mehr Säure als Tannin, erfrischend leicht, mineralisch. Kein Wein zum Meditieren – er will Essen dazu. Ein idealer Apérowein und Begleiter zu qualitativ gutem Aufschnitt, lang gereiftem Ziegen- oder Pecorinokäse, aber auch kleine Chäschüechli oder Schinkengipfeli.
Wir haben ihn bei 16 °C begonnen zu degustieren. Am Anfang war er noch etwas „spigoloso“ / „spitzig“, das hat sich aber gelegt als er im Glas ein bisschen wärmer wurde. Mit steigender Temperatur wurde er zugänglicher, geschmeidiger, chli so wie Gäste, die nach dem zweiten Glas anfangen von ihrem Leben zu erzählen.
Diese Geschichte erzählt er
Wir stehen mitten in einem Weinberg mit trockenen, sandigen Böden, Thymian- und Lavendelbüsche säumen die Ränder. Grössere Steine sind Teil des Bildes. Es windet, Staub wirbelt auf, man muss beweglich bleiben, mal hier, mal da – so wie die Winde, die dort wehen.
Die Reben bewegen sich im Wind, und wir schauen einer jungen Frau zu, die in ihrem pinken Kleid lachend ihrem Strohhut hinterhereilt, den ihr der Wind vom Kopf gezogen hat. Sie war gerade dabei, das Panorama und die Aussicht aufs glitzernde, blaue Meer zu geniessen.
Die Sonne brennt vom Himmel, es riecht nach heisser Erde. Wenn sich der Wind kurz legt, ist es still – ausser hie und da eine Grille, die die Sommerhitze feiert. Es rauscht durch die Reben. Leben. Freude. Harmonie. Lebenslust. Ein Wein, der nicht laut schreit, aber dich freundlich am Ärmel zupft und sagt: „Komm, wir gehen noch ein Glas trinken.“
Wenn du dir jetzt beim Lesen gedacht hast: „Genau so einen Wein brauche ich dieses Weekend“, dann hat der Contesa dei Venti seinen Job schon halb erledigt. Den Rest macht er im Glas.
Falls du gerade keine Reise nach Sizilien buchen kannst: dieser Nero d’Avola ist die zweitbeste Lösung. Am besten leicht gekühlt trinken, mit Menschen, die du magst und genügend Zeit, um den Wind im Glas ein bisschen wehen zu lassen.
Und weil dies erst der Anfang der neuen Reihe ist: Kommenden Freitag wartet schon die nächste Freitagsflasche auf dich. Bis dahin lass es dir schmecken!
Ah und finden tust du ihn in der Schweiz hier: Vinothek Brancaia und in Deutschland hier: Senti Vini.
