In unserer Reihe der Freitagsflasche stellen wir den Floramundi 2023 von Donnafugata vor. Ein fröhlicher Wein aus Cerasuolo di Vittoria, Sizilien, mit Nero d’Avola und Frappato. Es ist die zweite Flasche, welche wir von Donnafugata zum degustieren erhalten haben.
Floramundi 2023
Cerasuolo di Vittoria DOCG – Nero d’Avola & Frappato
Alkohol: 13.5%
Farbe: Scharlachrot
Nase: Zwetschge, Veilchen, Marzipan, frische Feigen, Bimsstein, (Leder). Er riecht „tief“ und braucht Zeit um sich zu entfalten.
Mund: Angenehme Säure und wenig Tannin, sehr ausgewogen, nimmt den ganzen Mundaraum ein. Fröhlich und frisch, macht Lust auf noch einen Schluck und was uns besonders auffiel: Er wirkt leichter als er ist. Kein 08/15 Wein. Er lässt sich – wie Garnacha – gekühlt trinken. Serge meinte, beim Trinken habe man den Eindruck, als hätte nebenan jemand grobe Salzkörner liegen lassen. Diese salzige Mineralität ist spürbar.

Diese Geschichte erzählt er
Man biegt in eine enge, kopfsteingepflasterte Gasse ein. Die Hitze steht zwischen den Häusern, es ist Mittag. Aus einer kleinen Werkstatt dringt der Duft von Leder, der Handwerker schliesst gerade ab, wischt sich die Hände an der Schürze und verschwindet in die Mittagspause. Zurück bleibt Stille.
Die Gasse wirkt plötzlich leer, fast verlassen. Als hätte sich alles zurückgezogen. Und für einen Moment fragt man sich, ob man hier überhaupt richtig ist.
Dann – ein paar Schritte weiter – kippt die Szene. Um die Ecke weht eine Stimme, hell und lebendig. Lachen. Man folgt ihr und steht plötzlich vor einem Blumenladen, der überquillt vor Farben und Düften. Dort steht sie, mitten im Raum, spricht, gestikuliert, lacht und alles wirkt leicht, offen, einladend. Die Schwere der Gasse ist vergessen. Man bleibt stehen, lässt sich mitziehen, atmet ein, und kauft am Ende viel mehr, als man wollte. Nur, um dieses Gefühl mit nach Hause zu nehmen.
Floramundi lebt vom Zusammenspiel zweier sehr unterschiedlicher Persönlichkeiten: Nero d’Avola und Frappato.
Nero d’Avola ist das Fundament. Siziliens Paraderebsorte, sonnenverwöhnt, dunkel, mit Tiefe und Struktur. Er bringt die Zwetschge, die Wärme, dieses leicht Erdige und manchmal auch etwas Ruhiges, Nachdenkliches. Kein Lautsprecher, eher jemand, der erst spricht, wenn es sich lohnt.
Frappato hingegen tanzt daneben. Hellere Frucht, florale Noten, fast etwas Verspieltes. Er bringt die Frische und Leichtigkeit in den Wein, die man nicht ganz greifen kann aber sofort spürt.
Was Donnafugata hier macht, ist kein Kompromiss, sondern ein Dialog. Tiefe und Leichtigkeit stehen nicht im Widerspruch, sie verstärken sich gegenseitig. Darum wirkt der Wein so überraschend: Substanz ist da, er fühlt sich jedoch nie schwer an.
Zu wem und was passt dieser Wein?
Er passt zu einfachen, guten Dingen: Antipasti, gegrilltes Gemüse, etwas Salzigem, das seine Mineralität aufnimmt oder einfach zu Gesprächen, die plötzlich länger dauern als geplant.
Ein Wein für lange Sommerabende. Auf dem Balkon, im Garten oder der Terrasse, wenn die Luft noch warm ist und der Tag langsam ausklingt. Er braucht kein grosses Brimborium. Nur ein bisschen Zeit, etwas Leichtigkeit und genau die richtigen Menschen am Tisch.
Den Floramundi findest du in der Schweiz bei: Vinothek Brancaia und in Deutschland bei: Senti Vini.
Bevor der Floramundi ins Glas kam, hat uns letzte Woche bereits der Contesa dei Venti von Donnafugata begleitet, der Auftakt zu dieser kleinen Entdeckungsreise.
