Wir wissen nicht mehr, wo wir diese Flasche Wein gekauft, oder ob wir sie als Geschenk erhalten haben. Meiner Meinung nach habe ich den im Coop aus dem Regal geholt, finde ihn aber online nicht. Peinlich ich weiss, aber so ist das Leben, wenn du viele Flaschen Weine degustierst.
Nun denn! Dieser leckere Tropfen hat auch hinhalten müssen, um den Coravin (wieder) zu testen. Darüber gibt es übrigens einen Mittwochsblogpost. Und damit das jetzt nicht eine Litanei wird, geht es gleich los mit den ganzen Deugnoten für diesen phantastischen Rotwein.

Gourmandise 2023
Beaumes de Venise
Appellation Beaumes de Venise Controllée
Traubensorte: Grenache, Syrah
Alkohol: 14%
Farbe: Scharlachrot
Nase: Zwetgsche, Gewürze, Leder, Speck, Veilchen, Trüffel, grüne Paprika und Tabak
Mund: Eine gute Säure und sehr wenig Tannin, trink ihn kühl bei 17° C, fruchtig mit „Snap“ und passt super zu Bündnderfleisch, einem kalten Schweinsbraten. Ein Wein den man auch nur so trinken kann. Geht auch wunderbar zu Snacks und ist grundsätzlich ein Wein ohne Gedöns.
Seine Geschichte ist witzig:
Da sitzt du also mit einem Glas in der Hand, willst dir gerade etwas Kluges über diesen Wein zurechtlegen, und im nächsten Moment hat dein Hund beschlossen, dass jetzt der falsche Zeitpunkt für jede Form von Konzentration ist. Die Pointe war da, aber sie ist in derselben Sekunde wieder verduftet. So ungefähr fühlt sich Gourmandise 2023 an, ein Wein, der dir zuerst ein Lächeln schenkt und dann einfach macht was er will.
Denn während der Mont Ventoux in der Ferne flimmert und die Luft über den trockenen Hügeln von Beaumes-de-Venise steht wie eine Fata Morgana, weht einem schon beim ersten Schluck dieser Duft von südlicher Würze entgegen. Ein bisschen Marktstand zwischen Kräutern, Trockenfrüchten und schwarzem Pfeffer, ein bisschen staubige Strasse am Rand der Provence, ein bisschen Rennrad-Tempo wie an der Tour de France, wenn das Peloton durch diese windgepeitschte Landschaft schiesst und alles nach Sonne, Stein und Abenteuer schmeckt.
Und genau so schmeckt auch dieser Wein, nicht geschniegelt, nicht auf Hochglanz poliert, sondern mit Ecken, Charme und einer schönen Portion Direktheit. Ein Glas davon, und plötzlich ist da diese Mischung aus Würze, Frucht und leichtem Provokationspotenzial, als wolle der Wein sagen „Nimm mich nicht zu ernst, aber unterschätz mich auch nicht“. Vielleicht ist das seine Geschichte. Solltest du mal die Gelegenheit haben, ihn selber zu trinken, schreib mir eine E-Mail und lass uns deine Geschichte dazu wissen. Wir sind gespannt!
Der Song zum Wein
P.S. Die "Sängerin" hat das mit den französischen Namen noch nicht so gut drauf 😉
