Freitagsflasche: Tavel 2025

von Christina | 24. Juli 2026 | Weinempfehlungen & Degustationen

Erinnerst du dich an den Blogpost über Rosé reloaded? Nein? Dann findest du ganz am Ende dieses Posts den passenden Link. Jedenfalls erkläre ich darin, wie Rosé hergestellt wird und recht viel über die verschiedenen Arten. Es gibt sogar einen Podcast darüber.

Im Rosé Blogpost, erwähne ich den Tavel. Damit du nicht gleich rüberswitchen musst, um zu wissen von was ich heute rede, hier ein Kurzausschnitt:

Tavel & strukturierte Rosés – ein Rosé, der mit am Tisch sitzen will

Und dann gibt es die Rosés, die nicht nur hübsch aussehen wollen, sondern ganz klar am Esstisch mitdiskutieren. Klassische Vertreter findest du etwa in Tavel (Rhône) oder in manchen Regionen wie dem Burgenland oder Südfrankreich. Hier wird mit längerer Maischestandzeit, höherem Extrakt und teilweise auch mit Holzausbau gearbeitet.

Die Weine sind dunkler in der Farbe, dichter im Mundgefühl, würziger und mit spürbarer Tanninstruktur. Sie erinnern ein bisschen an leichte Rotweine, behalten aber die saftige, kühle Frische eines Rosés. Genau die richtige Wahl für Grilladen, Lamm, mediterrane Küche oder kräftigere Mezze; also dann, wenn der „Balkonrosé“ aromatisch einfach zu leicht wäre.

Jetzt muss ich ein bizzi ausholen! Serge ist ja bekanntlich ein grosser Radrennfan und damit natürlich darf da die Tour de France nicht fehlen. Diese pedalten in diesem Jahr recht nahe der Schweizer Grenze durch. Genauer bei Les Rousses. Wir fuhren also am Samstag hin, suchten uns einen gäbigen Platz für den Van, um dann darin zu übernachten. Dies (haben wir am Tag danach festgestellt) übrigens nur 30 Meter hinter der Schweizer Grenze. Genauer an der Waadtländer Grenze.

Damit wir an diesem abgelegenen Parkplatz etwas zu futtern hatten, war ein Halt beim Intermarché in Les Rousses Pflicht. Nebst leckerem Käse, Paté etc. fand ich per Zufall in der Weinabteilung einen Tavel. Logo griff ich da zu! Schon nur, um dir darüber berichten zu können.

Retour vom mega spannenden Rad Event, degustierten wir diese Woche nun den

Tavel 2025

AOP, Cru des Côtes du Rhône

Alkohol: 13.5 %
Farbe: Ziegelrot

Nase: rote Beeren, Himbeeren, Meertrübeli (rote Johannisbeeren, grüne Melone und grüne Pepperoni
Mund: fruchtig, erfrischend, süffig, rund und mineralisch. Letzteres hat er dem Boden aus Kalkstein mit Meeresediment zu verdanken. 

Ein Wein, den man auch ohne etwas trinken könnte, mit etwas fettigem, würzigen Essen aber alles aus ihm rausholt.

Seine Geschichte geht so:

Er kommt zu spät. Natürlich kommt er zu spät. Nicht aus Unhöflichkeit, sondern weil irgendwo unterwegs ein Gespräch spannender war als die Uhr. Als er dann endlich auftaucht, bringt er die Abendluft mit sich, ein wenig Sonne und dieses unbestimmte Gefühl von Ferien, das plötzlich im Raum liegt.

Er küsst links, küsst rechts, lacht, sagt irgendetwas auf Französisch, das nicht alle verstehen, aber alle mögen. Und ehe man sich versieht, steht er nicht mehr am Rand. Denn er war nie für den Rand gemacht. Er gehört dorthin, wo die Gläser klirren, wo Brot gebrochen wird, wo Paté und französischer Käse die Runde machen und jemand noch schnell eine Rilette auf den Tisch stellt. Genau dort entfaltet er sich, leicht, ungezwungen, mit diesem charmanten Selbstverständnis, das alles ein bisschen einfacher macht.

Er spricht mit allen. Und er hört zu. Selbst die Stillen zieht er sanft ins Gespräch, ohne Druck, fast spielerisch. Und wenn jemand mit einem Schatten auf der Seele kommt, dann merkt er es sofort. Kein grosses Aufheben und kein Mitleid, nur ein schiefes Lächeln, ein klarer Blick und ein Satz, der plötzlich fröhlicher macht. «Komm, setz dich. Das Leben wartet nicht.» Und irgendwie tut es das auch nicht mehr. Denn mit ihm wird aus einem gewöhnlichen Abend ein bisschen klarer, ein bisschen heller und lebendiger.

Er ist keiner, der zuschaut. Er ist der, der dich mitten ins Leben zieht.

Hier noch der Link zum Blogpost über Rosé Weine und deren Herstellung.

Sein Song? Hier ist er:

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